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15

Die der Herr Enlil dem Sturmwinde preisgab,
Weint laut,
Jammert kläglich!

20

Ihr Hüter wehklagt,
Ihr Hirt bläst auf der Klageflöte,
Ihr Oberpriester spricht nicht mehr „Mach' ein Ende!“
Ihr Klagepriester spricht nicht mehr „Dein Herz finde

Frieden 1"

Ihr Oberpriester hat die Herrlichkeit verlassen,
Ihr Hoherpriester hat das Allerheiligste verlassen,
Der Klagepriester hat den Klagegesang verlassen!

25

Ihr Herr weilt nicht mehr dort, ihre Herrin weilt nicht

mehr dort; Ihr Herr stieg laut grollend ins Gebirge, Ihre Herrin? stieg laut grollend ins Gebirge!

30

Der Fuchs zerrauft seinen Schwanz,
Das Wildhuhn schreit mit lauter Stimme!
Ihr* Inneres ist vom Sturmwind erfüllt,
Ihr Außeres ist vom Sturmwind erfüllt!
Ihr Inneres ist vom Sturmwind zerstört,
Ihr Äußeres ist vom Verderben zerstört!

40

Das Haus Nippurs ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Ekurs ist vom Verderben zerstört!
Das Fundament, der Unterbau ist vom Verderben zerstört!
Das Haus Enamtila ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Sippars ist vom Verderben zerstört!
Das Haus Ebarra ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Babylons ist vom Verderben zerstört!

Das Ziegelwerk Esagilas ist vom Verderben zerstört! 1 Enlil. 2 Ninlil 3 Ein Bild grenzenloser Zerstörung soll hier gezeichnet werden. - Der Stadt.

45

Das Ziegelwerk Borsippas ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Ezidas ist vom Verderben zerstört!
Emachtila ist vom Verderben zerstört!
Etemenanki ist vom Verderben zerstört!
Edarana ist vom Verderben zerstört!

50

Was hat der Herr in seinem Herzen beschlossen?
Was hat der Herr in seinem Sinne beschlossen?
Was hat er in seinem heiligen Sinne erdacht?

55

Im Lande hat er Zerstörung angerichtet!
Mit Wasser der Zerstörung hat er den Strom gefüllt!
Kraftloses Unkraut hat er auf dem Felde aufgehen lassen!
Die schwarzköpfigen Menschen hat er auf dem Felde als

Samenkörner hingestreut!
Unaufhörlich schreit zu ihm und ruft mit lauter Klage
Zum Vater Enlil seine Gattin Ninlil;
Seine große Gattin, die Herrin von Emach”,
Die Ruferin, die Herrin von Nippur, schreit laut:
,0 Enlil, das Land ist dahin!
O Vater Enlil, das Land ist dahin!....

60

65

O Enlil, warum hast du es erst reichlich gesegnet,
Daß du es jetzt dahingegeben hast?
Warum hast du erst den Hüter beim Kleinvieh hingestellt?
Warum hast du erst den Hirten zur Bewachung gesetzt?

Herr, schaue hin und schreib ihr einen Gnadenbrief!"

b
Des Herrn Hürde 8 jammert schmerzlich,

Seine Hürde, ja, des Herrn Hürde jammert schmerzlich, Tempel. 2 Der Stadt. 8 Hier das Reich des Gottes; dieser wird als Hirt gedacht, dessen Herde die Menschheit bildet. 14 Ungnad, Babylonien

1

Des Herrn der Länder, des Mächtigen, des Herrn der

Länder, Des Herrn der Länder, des Weitumfassenden, dessen Wort

feststeht, Gegen dessen Befehl man sich nicht wenden, ja, sich nicht

wenden kann, Des Gewaltigen Enlil, dessen Ausspruch unwandelbar

ist!....

5

10

25

Vater Enlil, ein Netz warfst du aus, und es war das

Netz des Feindes! Herr des Landes, du riefst, und es war der Ruf des

Feindes! Großer Berg, Enlil, das Wasser trübtest du und fingst

die Fische1! Herr der Länder, ein Netz warfst du aus und packtest die

Vögel! .... Herr des Landes, Enlil, Weitumfassender, wie lange noch

soll dein Herz sich nicht beruhigen? Vater Enlil, wie lange noch sollen deine prüfenden Augen

nicht müde werden? Der du dein Haupt mit einem Gewande verhüllt hast,

wie lange noch willst du grollen? Der du deinen Kopfin den Schoß gelegt hast, wie lange

noch willst du grollen? Der du dein Inneres wie eine Lade zugedeckt hast, wie

lange noch willst du grollen? Gewaltiger, der du dir die Finger in die Ohren gesteckt

hast, wie lange noch willst du grollen? Vater Enlil, sie sind zu Boden geschmettert, sie sind vers

nichtet! Herr des Landes, das Schaf hat das Lamm verworfen, die

Ziege hat ihr Zicklein verworfen! 1 Die Menschen werden mit Fischen und Vögeln verglichen. 9 Wörtlich „Hals“. 8 Die Menschen.

30

O über deine treue Stadt! Die eigne Mutter hat ihr Kind

verworfen, Die Gattin des Helden hat ihr Töchterchen, ihr Kind vers

worfen?!....

35

Vater Enlil, nirgends, weder im Himmel noch auf Erden

zeigt sich Licht! Herr des Landes, die Sonne geht nicht mehr strahlend auf

über dem Lande! Großer Berg, Enlil, der Mond geht nicht mehr herrlich

auf über dem Landel Herr des Landes, der Mond geht nicht mehr strahlend auf

über dem Landel

40

Vater Enlil, du riefst die Leute, die drinnen waren, – die

Leute, die drinnen waren, tötetest du! Herr des Landes, du riefst die Leute, die draußen waren,

die Leute, die draußen waren, tötetest du! Die Täler riefst du: sie füllten sich mit Blut! Die Schatzkammer des Landes riefst du: zu einem Trüms

merhaufen bestimmtest du sie!

45

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50

Herr, Enlil, Himmel und Erde mögen dich besänftigen!
Held Marduk, Himmel und Erde mögen dich besänftigen!
Herr des Landes, dein gewaltiges Herz möge sich bes

ruhigenl... Vater Enlil, möge deine Gattin Ninlil dich durch Bitten

erweichen! Möge deine große Gattin, die Herrin der Stadt Nippur,

dich durch Bitten erweichen!.... Möge der große Fürstensohn, Nannar Sin, dich durch

Bitten erweichen! Möge deine geliebte Tochter, die Himmelskönigin, dich Mögen die Götter von Himmel und Erde dich durch

durch Bitten erweichenl.. 1 Alle Bande der Liebe sind zerrissen. 8 Der Mondgott; er gilt als Sohn Ens lils. • Es werden noch zahlreiche andre Götter in gleicher Weise angeführt. 14*

Bitten erweichen!

85

„Deine Stadt verwirf nicht,“ mögen sie zu dir sagen, durch

Bitten dich erweichend! „Nippur und Ekur' verwirf nicht,“ mögen sie zu dir

sagen, durch Bitten dich erweichend ! „Das Fundament Enamtilas verwirf nicht,“ mögen sie zu

dir sagen, durch Bitten dich erweichend! „Sippar und Ebarra verwirf nicht,“ mögen sie zu dir

sagen, durch Bitten dich erweichend ! „Deine Stadt Babylon verwirf nicht,“ mögen sie zu dir

sagen, durch Bitten dich erweichend! ....

90

„Du bist ihr? Herr,“ mögen sie zu dir sagen, durch Bitten

dich erweichend! „Du bist ihr Hirt,“ mögen sie zu dir sagen, durch Bitten

dich erweichend ! „Erbarme dich endlich,“ mögen sie zu dir sagen, durch

Bitten dich erweichend !

с Das unabwendbar wie ein Unwetter - nicht durch

schaut werden kann, Seins Wort, das unabwendbar wie ein Unwetter

nicht durchschaut werden kann, Anus Wort, das unabwendbar wie ein Unwetter

nicht durchschaut werden kann, Enlils Wort, das – unabwendbar wie ein Unwetter –

nicht durchschaut werden kann, Eas Wort, das unabwendbar wie ein Unwetter

nicht durchschaut werden kann, Marduks Wort, das unabwendbar wie ein Unwetter

nicht durchschaut werden kann, Vgl. oben S. 208, Z. 37 ff. * Der genannten Städte und Tempel. : Marduks; in den ff. Zeilen wird Marduks Wort mit dem Worte anderer großer Götter identifiziert, ein schwaches Aufdämmern monotheistischer Weltanschauung.

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