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Haulân auf dem Wege (?) zwischen Ma'in und Ragmat (Hauptstadt von Nedjrân) und aus dem Kriege, der stattfand zwischen dem ... des Südens und dem des Nordens". Die Verbindung mit dem biblischen Raema verbietet anscheinend der Lautbestand.

Saba. Gemeint sind die Sabäer, die späteren Erben des minäischen Reiches (s. die überzeugenden Ausführungen bei Glaser, Skizze I). Das „Reich von Saba“ ist bei Abfassung von Mos 10 noch nicht vorhanden. In den assyrischen Inschriften Tiglatpilesers III. und Sargons erscheinen die Sabäer als Verbündete der Aribi", sind noch nicht im Besitze von Jemen, sondern im nordarabischen Djof. Die oben erwähnte minäische Inschrift erwähnt die Sabäer als bedrohenden Feind. Da zur Zeit der Niederschrift unserer Stelle die Sabäer noch keine festen Sitze hatten, erklärt sich Seba vielleicht als Variante: dem Schreiber schwebt irgendein Teil der Sabäer vor.

Dedan sind ebenfalls in Nordarabien zu suchen. Zu Ezechiels Zeit (Ez 25, 13, vgl. Jer 25, 23; 49, 8) grenzen ihre Sitze an Edom. Glaser II, 329ff. sucht sie wohl richtig in den Distrikten nördlich von Medina bis zur edomitischen Grenze. Vielleicht sind sie auch in der 31. Zeile der Mesa - Inschrift erwähnt.

10, 8f.: Ind kus crocugte don Vimrod; dieser fing an, cin Gewaltiger zu werden auf der Erde. Dieser war ein gewaltiger Jäger vor Jahre, dahir pflegt man su sagen: cin gewaltiger Jäger for Yahir, wie Nimrod.

Da wir nach den bisherigen Ausführungen in v. 7 in Arabien sind, so ist wenigstens im Sinne des Verfassers unsrer Stelle die Nationalität von Nimrod bestimmt: er ist der Heros eponymos der aus der Völkerkammer Arabiens auftauchenden semitischen Völker. Dazu würde stimmen, daß er nach v. 8b sprichwörtlich ist auf kanaanäischem Boden?.

Auf babylonischem Boden begegnet uns der gewaltige Jäger in der Gestalt des Gilgameš (Izdubar). Gilgameš ist Licht

1. Eine Verbindung mit Jareb Ho 5, 13 Hommel, Aufs. u. Abh. 230 ff., besteht nicht; die spätere Hauptstadt der Sabäcr hieß Marjab, doch s. zu Jareb S. 277. S. zu den Sabäern auch Winckler, MVAG 1898, 18; 22f. Weber, AO III, 1.

2. Wir dürfen übrigens vermuten, daß die noch heute fortlebende arabische Nimrod - Tradition nicht allein an 1 Mos jo anknüpft, sondern wenigstens teilweise außerbiblischen Ursprungs ist, ebenso wie die Nimrod - Überlieferung des Talmud.

heros Der Name könnte babylonisiert nâmir-uddu heißen, d. h. „glänzendes Licht“ 2. Die auf Siegelzylindern häufige Gestalt (mit sieben Locken!), die einen Löwen spielend erwürgt (Abb. 78-80), stellt höchstwahrscheinlich den Gilgameš-Nimrod dar.

Gunkel 146 übersetzt „ein gewaltiger Jäger trotz Jahve“ und sieht darin einen Orion-Mythus, der „trotz Jahve“, d. h. also am Himmel zu jagen wagt, und darum an den Himmel gefesselt ist, Hi 38, 316. In der Tat wird Nimrod mit Orion identifiziert, nach Chron. pasch. 64 bei den Persern und nach Cedrenus 27. 28 bei den Assyrern, s. Stucken, Astralmythen S. 27f. Man könnte ebensogut sagen: Orion ist der Jäger Osiris (bei den Ägyptern ist Osiris oft als Herrschergestalt des Orion gedacht, s. zu 1 Mos 32, II) oder der Jäger Tammuz; der Auf- und Untergang des Orion fällt mit den kritischen Tammuz-Punkten, den Punkten der Sonnenwenden, zusammen (vgl. hierzu S. 88 ff.

114 ff.). Es mag wohl an unsrer Stelle der DoppelAbb. 78: Gilgameš der Löwentöter.

sinn beabsichtigt sein; aber zu ausschließlicher BeRelief an assyr. Palästen. deutung „trotz Jahve“ paßt das Sprichwort nicht,

das doch einen Heroen verherrlicht.

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Abb. 79: Gilgames im Kampfe mit dem Löwen. Babylon. Siegelzylinder. Brit. Museum.

1) Sonne oder Mond oder Tammuz, je nach der Auffassung des Mythus, vgl. S.78 f., jedenfalls sajjad ,,Jäger“, bez. , jagender Tyrann" (gibbôr = gabbâr). S. hierzu Winckler, Gesch. Isr. II, S. 286 Anm. 3; F. III, 403 f. und auch bereits mein Izdubar-Nimrod, Leipzig B. G. Teubner 1891, S. 1 ff.

2, S. mein Izdubar - Nimrod S. 5. Wir müssen auch die Vermutung aufrechterhalten, daß der gleiche Name in der Umkehrung in Uddušunâmir, dem Namen des Götterboten in der Höllenfahrt der Ištar vorliegt, d. h. „sein Licht leuchtet“. Vgl. hierzu Hommel, Gesch. Bab. u. Assyr. 394, Anm. 4, der jetzt noch auf ümu-namri Gudanna beim ersten Kassitenkönig Gaddaš hinweist.

10, 10: Es erstreckte sich aber seine (Nimrods) Herrschaft anfänglich auf Babel und Ereh und Akkad und Kalneh im Lande Sinear.

Der Name Sinear ist doch vielleicht identisch mit Sumer, der keilinschriftlichen Bezeichnung des ältesten babylonischen Kulturlandes im südlichen Euphratgebiete. Sicherlich ist es nicht das Sanhar der Amarnabriefe (Brief aus Alašia-Cypern), das Sankara der Ägypter, womit vielmehr das Gebiet zwischen Taurus und Antitaurus gemeint ist, das die Assyrer Mușri nennen? Jedenfalls bezeichnet Sinear das gesamte babylonische

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Abb. 80: Gilgameš im Kampfe mit dem Löwen. Assyr. Siegelzylinder. Brit. Museum? Gipsabdruck im Besitze des Verfassers.

Gebiet, also Sumer (Südbabylonien) und Akkad (Nordbabylonien). Josephus Ant. I, 4 sagt (doch wohl nach i Mos II, 2) „Ebene Sennaar" 2

Babel. Die nordbabylonische Stadt Babylon (zum Namen s. S. 189) ist seit Hammurabi die Metropole des babylonischen Reiches und später nach dem Fall Ninivehs Metropole des babylonisch - chaldäischen Weltreichs (,,Mutter der Chaldäer" Jer 50, 12, Chaldaicarum gentium caput bei Plinius, hist. nat. 6, 30). Aber auch während der dazwischenliegenden assyrischen Vorherrschaft ist Babylon anerkannt als politischer und kultureller Mittelpunkt. Die assyrischen Könige ergreifen die Hände Bels" (Marduk) in Babylon und proklamieren sich durch diese

1) S. Winckler F. II, 107 und KAT3 238 und vgl. oben S. 262 f.

2) Er zitiert Hestiaeus: „Die geretteten Priester kamen mit den Heiligtümern des Zeus Enyalios nach Sennaar in Babylonien."

feierliche Zeremonie als Herren des Weltreichs. „König von Babylon“ blieb seit der Hammurabi-Dynastie für alle Zeiten der wichtigste Titel der vorderasiatischen Könige. Die älteste Geschichte Babylons ist noch dunkel. Der Gründer der Stadt war vielleicht jener Sargon von Agade, dessen Siegel (Abb. 86) in den Böcken das Motiv des Zwillingszeitalters zeigt, das der Ära Babylons vorausging, dessen Geburtsgeschichte aber bereits mit den Motiven des Stierzeitalters (das Sonnenkind wird verfolgt und ausgesetzt und von der Himmelskönigin gerettet), verbunden wird. Die von Thureau - Dangin veröffentlichten Datierungen Sargons I. erwähnen Babylon; die Omina Sargons scheinen an einer allerdings verstümmelten Stelle von der Erbauung der Stadt zu sprechen. Sicherlich hat Sargon Babylon zu einer führenden Stellung erhoben. Von jeher hat Babylon mit Borsippa eine Doppelstadt gebildet. Erst seit der Vereinigung der Stadtkönigtümer Süd- und Nordbabyloniens durch Hammurabi also in verhältnismäßig später Zeit gewinnt Babylon die entscheidende weltgeschichtliche Bedeutung, die uns bei Nennung des Namens vorschwebt.

In der assyrischen Periode führt der Widerspruch, der zwischen der kulturellen bez. hierarchischen Bedeutung Babylons und seiner politischen Abhängigkeit von der weltlichen Herrschaft klafft, nicht selten zu schweren Konflikten. Sanherib machte den gewaltsamen Versuch, die Ansprüche Babylons auf die geistige Führung zu beschränken. Um Niniveh zur Hauptstadt des gesamten Reiches und zum Mittelpunkt des Welthandels erheben zu können, zerstörte er 682 Babylon in barbarischer Weise, erklärte das Stadtgebiet als Ödland und führte die Götterstatuen nach Assyrien. Sein Sohn Asarhaddon, der Sohn einer Babylonierin, stand auf seiten der babylonischen Hierarchie. Er erkämpfte sich 681 wohl von Babylon aus den Thron und gab Befehl, die zerstörte Stadt wieder aufzubauen. Seinen Plan, Babylon zum Mittelpunkt des Reiches zu machen, durchkreuzte freilich dic assyrische Partei. Sie zwang ihn, seinen Sohn Asurbanipal zum Mitregenten zu machen (er wurde 668 sein Thronerbe). Die Ernennung des anderen Sohnes Šamaš-šum -ukin zum Sonderkönig von Babylon machte den Bruderkrieg unvermeidlich. Nach schweren Kämpfen, bei denen die Elamiter als Helfer der Babylonier entscheidend eingegriffen haben, wurde Babylon erobert, und Asurbanipal ließ sich unter dem Namen Kandalanu zum König von Babylon krönen. Aber in dem Siege lag der Keim des Untergangs für die assyrische Macht. Die Vernichtung des Erbfeindes Elam hatte den Damm niedergerissen, der den Strom der indogermanischen Völker aufgehalten hatte.

Nach dem Sturze Assyriens begann für Babylon eine neue glänzende Epoche. Seit dem 11. Jahrhundert etwa hatten sich in Babylon chaldäische Stämme angesiedelt. Sie haben zunächst unter eigenen Fürsten die Landbevölkerung gebildet, haben aber von jeher danach gestrebt, die Schutzherrschaft über Babylon und damit den Anspruch auf die Weltherrschaft zu gewinnen. Nachdem wiederholt in Babylon chaldäische Könige vorübergehend regiert hatten, erreichten sie definitiv ihr Ziel während der assyrischen Wirren unter Nabopolassar. Unter der mit ihm beginnenden chaldäischen Dynastie wurde Babylonien wieder selbständig und verbündete sich mit dem neu erstandenen medischen Reiche. Nach dem Fall Ninivehs wurde die Beute zwischen Babyloniern und Medern geteilt. Das chaldäisch-neubabylonische Reich Nebukadnezars (605-562), das so entstand, bildete die Fortsetzung des assyrischen Reiches. Nebukadnezar legte große Befestigungen und Wasserwerke an, erneuerte die Tempel, vor allem den Marduk-Tempel Esagila mit dem Stufenturm und erbaute sich einen riesigen Palast. Über die weitere politische Geschichte s. unten zu Kap. 22. Cyrus besetzte Babylon am 16. Tišri 539; „ohne Kampf und Schlacht“ zog er ein, nachdem ihm die Stadt durch Verrat übergeben worden war. Abermals erwies die babylonische Kultur ihre unverwüstliche Kraft durch Unterwerfung des Siegers. Cyrus selbst wurde „Babylonier“. Eine entgegengesetzte Politik schlug Darius ein. Er wollte der östlichen Reichshälfte das Übergewicht verschaffen, betonte deshalb den persischen Kult des Ahuramazda gegenüber dem babylonischen Marduk - Kult und machte Susa, die alte Hauptstadt der Elamiter, der Erbfeinde Babyloniens, zur Metropole. Eine Empörung Babylons wurde niedergeschlagen. Babylon öffnete Darius die Tore und ein Teil der Befestigungen wurde geschleift. Die Berichte Herodots über die Belagerungen des Cyrus und Darius sind mit Fabeln ausgeschmückt. Bald nach Darius hat Babylon scine Bedeutung, die ihm bisher neben Susa gewahrt blieb, eingebüßt. Der Tempel Esagila wurde durch Xerxes zerstört, die Statue Marduks wurde nach Susa geschleppt (Herodot I, 183). Babylon verlor dadurch seine politische und religiöse Bedeutung. Der Titel „König von Babylon“ verschwindet seit Xerxes, die Zentrale des Handels (vgl. Ez 17, 4: „Babylon ein Krämerland und eine Kaufmannsstadt“) übernahm Opis, später Seleucia, schiießlich Bagdad. Babylon ad solitudinem rediit exhausta vicinitate Seleuciae, sagt Plinius (VI, 30). Noch einmal flackerte die Leuchte Babylons auf, als unter Alexander dem Großen die griechische Kultur ihren Zug nach dem Osten hielt. Babylon hat Alexanders Politik anerkannt und erwartete, daß Alexander ihm die alten Rechte verschaffen würde. Alexander wollte Babylon zur Metropole seiner Weltherrschaft machen und den Marduk-Tempel wieder aufbauen! Er starb zu früh in Babylon. Seleukos verlegte die Residenz nach Antiochien in Syrien. Damit verzichtete der Hellenismus auf Wiederbelebung des altorientalischen Weltreichs. Nach dem Tode Alexanders, des Sohnes Alexanders“ erlosch der letzte Schimmer. Das Marduk-Heiligtum behielt mit seiner Priesterschaft noch lange großen Einfluß. Strabo XVI sagt, daß der von der Perserzeit übriggebliebene Teil infolge der Vernachlässigung von seiten der Makedonier zugrunde ging; die Stadt sei eine große Einöde geworden. Ganz verlassen kann sie aber auch in der Partherzeit nicht gewesen sein. Der parthische König Evemerus schickt im Jahre 127 viele Familien aus Babylon nach Medien und verbrennt

1) Arrian, Exp. Alex. VII, 17. Er wollte das brachliegende Heer dazu benutzen. Die Priester, die eine Störung ihrer Sinekure gefürchtet haben mögen, scheinen selbst das Werk verhindert zu haben. Über ihr Treiben gibt Ep. Jerem, bei Baruch 6, 10. 11. 28 interessanten Aufschluß.

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