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Erde, den Zedernstab, dert Liebling der großen Götter, gab er in ihre Hand... Der Weise, der Wissende, er bewahrt das Geheimnis der großen Götter; er läßt seinen Sohn, den er liebt, auf die Tafel und den Tafelstift von Samas und Řamman schwören und läßt ihn lernen „wann der Wahrsager“ ... der Oelkundige aus uraltein Geschlecht, ein Sproß des Enmeduranki, des Königs von Sippar, der die heilige Omentafel hinstellt, den Zedernstab erhebt .... ein Geschöpf der Rinharsag, aūs priesterlichem Geschlecht, von reiner Abstammung, auch selbst an Wuchs und Körpermassen vollkommen, darf vor Samas und Ramman der Stätte des Wahrsagens und des Orakels jich nahen ... Ein Wahrsagersohn von nicht reiner Abstammung, oder der an Wuchs und Körpermassen nicht vollkommen ist, der spitzäugig ist, der zerbrodzene Zähne, einen verstümmelten finger hat, der entmannt ist, an hautkrankheit leidet, der darf nicht die Satzungen des Samas und Ramman beobachten, nicht herannahen zum Orakel des Wahrsagedienstes; dem eröffnen sie nicht den ges heimnisvollen Uusspruch, geben ihm nicht in die Hand den Zedernstab, den Liebling der großen Götter.“

Es ist selbstverständlich, daß dieses Schriftstück, das die Götteranbetung mit der Becherwahrsagekunst und allen Bestimmungen über die notwendigen Eigenschaften eines Priesters in die graue Vorzeit rückt, nicht aus der Zeit des vorsintflutlichen Königs Enmeduranki stammt, dessen Namen H. Zimmern die Bedeutung „Oberpriester“ zuschreibt, sondern aus viel späterer Zeit. .

Eine Erinnerung an die echte Ueberlieferung ist auch in diesem langen Gedicht vorhanden, die Erinnerung, daß ein Mensch, Henoch mit Namen, Gott besonders nahe stand, „und dieweil er ein göttlich Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und ward nicht mehr gesehen“ 1). Dieses kurze Schriftwort und das lange babylonisch-assyrische Gedicht sind ein Vorbild für das ganze Verhältnis von echter und gefälschter Ueberlieferung

8. Umempsinus, vielleicht gleich amelu sin d. i. Mann des Sin,

stammte aus Lanaharis oder Caramha und herrschte 185 Jahre. 9. Ardates oder Otiartes, sumerisch Ubaratutu, herrschte 148

Jahre; auch er stammte aus Canaharis.
10. Xisuthros, Sohn des Ardates, regierte 333 Jahre.

Berosus berechnet also die Zeit der vorsintilutlichen Herrscher auf 2220 Jahre, der hebräische Tert des ersten Buches Moseh gibt für die Zeit der zehn Patriarchen, Noah eingerechnet, 1656 Jahre, die Septuaginta aber 2242 Jahre.

In die Zeit nach der Sintflut sekt Berosus die erste hamitische Dynastie, 86 Könige von Babel, sehr freigebig mit 33 091 Regierungsjahren an. Was damit die 96 „Semsföhne“ zu tun haben, die sich fr. homniel 2) aus dem A. T. ausrechnet, ist nicht leicht zu verstehen.

Die zweite Dynastie der Mieder oder Elamiter enthält bei Berosus 8 Könige mit 224 Jahren. Sie können, wenn die erste Dynastie in die

1) Gen. 5, 24.
2) Grundriß I, S. 184 26.

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Vorgeschichte verwiesen wird, auf die Jahre 2300—2076 v. Chr. angeseßt werden.

Die dritte Dynastie, ll chaldäische Könige, herrschte dann 2076 bis 1983 v. Chr.

Die vierte Dynastie, 49 chaldäische Könige, herrschte 1983 bis 1525 v. Chr.

Die fünfte Dynastie, 9 arabische Könige, herrschte 1525—1280 v. Chr.

Die sechste Dynastie, 45 asiyrische Könige, herrschte 1280 bis 754 v. Chr. Dazu kämen dann noch 18 einheimische Könige von Rabonassar bis Pabonedus 754 bis 538 v. Chr.

Wie auf die Ramen so ist auch auf die Zahlen, die Berosus angibt, wenig Gewicht zu legen, auch wenn sie mit der Rechnung der Wegypter übereinzustimmen scheinen, die in 48 863 Jahren 832 Mondfinsternisse und 373 Sonnenfinsternisse beobachtet haben wollen, wozu man so lange

So mnicht brauchtenisie beobacz, 48 8633

So weit Berosus. Das Buch des Abydenus ist bis auf eine Erzählung verloren, die spätere Schriftsteller gelesen und uns aufgezeichnet haben 1): „Es wird gesagt, daß die ersten Menschen, durch ihre Stärka und Größe über alle Maßen aufgeblasen, anfingen die Götter zu verachten und sich für erhabener zu halten. Angetrieben von diesen Gedanken bauten sie einen Turm von ungeheurer Höhe, der jekt Babylon ist. Er hatte beinahe den Himmel erreicht, als die Winde den Göttern zu Hilfe kamen und das ganze Gerüst umstießen und es auf die Bauleute warfen. Seine Trümmer werden Babylon genannt; und die Mienschen, die bis dahin eine Sprache hatten, begannen von da an auf Befehl der Götter verschiedene Dialekte zu reden."

Aehnlich erzählen Alerander Polyhistor und die armenische Ueberlieferung, alle in deutlicher Abhängigkeit von der griechischen Ueberfeßung des A. T.

2. Nimrod und die Patefi. Nach der hl. Schrift 2) war Chus (Kusch) ein Sohn Hams, dessen Sohn war Nimrod. Diesen Namen hörten die Semiten, wie mir Tcheint, aus dem sumero-akkadischen Nin marad, d. i. Herr von Marada, heraus. Er machte sich als ein Eroberer und „gewaltiger Jäger vor dem Herrn" bald zum Gebieter von Akkad, Babel, Chalne und

1) Vergl. Urquhart a. a. O. I, S. 249 2c.
2) Gen. 10, 9-11.

Erech. Darauf zog er weiter nach Assur und baute dort Ninive, Rehoboth-ir, Kalah und Resen. So die hl. Schrift. Unders viele morgenländische Sagen, anders viele Gelehrten. *. In der syrischen „Schakhöhle“ heißt es:

„Es begab sich Nimrod von Nod nach Jokdora, und am Utrasmeer angelangt fand er da Jontra, den Sohn Noahs. Er stieg hinab in jenes Meer und wusch fich darin.“

Er gilt nach der erwähnten Schrift als Erfinder der Ustronomie, erster feueranbeter und Erbauer des babylonischen Turmes.

Mehrere Gelehrte wollen in Nimrod den Helden erkennen, den die chaldäische Ueberlieferung Gilgamis oder Izdubar König von Erechsuburi, nennt, wie denn aus dem Namen Izdubar oder Gilgamis (Gilgimas) geschlossen werden kann, daß auch in der chaldäischen Ueberlieferung Primrod nicht als Semite, sondern als Kossäer (Kushite) gefaßt wird. Seine Namen und Taten erinnern hiernach an die erste Herrschaft der Kossäer über Babylonien und Affyrien.

Nach Vigoureur war dieser Izdubar zu gleicher Zeit ein großer Krieger und ein großer Jäger um das Jahr 3000 v. Chr. Nachdem er feine unbekannte Heimat verlassen hatte, besaß er, wie wir bereits aus der hl. Schrift wissen, zuerst nur Babel und seine Umgebung; aber allmählich dehnte er seine Herrschaft weiter aus, bis er zuleßt das flußgebiet des Euphrat und Tigris sich unterworfen hatte, das von den Bergen Armeniens im Norden bis zum persischen Meerbusen im Süden reichte.

Undere Gelehrte, wie Delitzsch, Lenormant, G. Smith und Rawlinson stimmen mit Vigoureur überein, obwohl dieser dem Bild Izdubar-Mimrods die Züge eines viel späteren Herrschers gegeben hat; wie denn ein andrer, Smith, Nimrod gleich Hammurabi hält 1). : Jedenfalls hat die Nachwelt das Bild dieses Helden nicht mit geschichtlicher Treue festgehalten, sondern mit Sagen umwoben; und ich bin der Meinung, wie die Griechen ihren Herakles, die Römer ihren Ros mulus: unter die Götter versetzt haben, so taten die alten Babylonier mit ihrem Nimrod, dem Herrn von Marada. Er wurde ihr Miarduk, der auch Lugal-marada, das heißt ebenfalls Herr von Marada, genannt wird; denn auch an ihrem Gott, rühmen sie noch, daß er ein großer Krieger und Jäger sei. Zu Füßen seiner Bildsäule sieht man eine Antilope liegen, vier Hunde begleiten den großen Jäger; und wie die Heldenlieder von seinen Kämpfen, mit Ungeheuern singen, so rühmen ihn die fog. Schöpfungsmythen als Städtegründer. . Sicher ist, daß die Stadt Marad als Nimrod-Izdubars Geburtsort galt 2). Ptolemäus hat den Kamen Marduk in seinem Umordafaia erhalten, womit er eine Landschaft in Chaldäa bezeichnet.

1) Bezold, bab.-aff. K. S., S. 54. 2) Hommel, S. D. S. I, S. 230.

Roch liegt dieser Nimrod der heutigen Wissenschaft wie ein Stein im Wege, um den ein jeder herumgehen muß. Wellhausen hatte vermutet, daß Marduk durch aramäische Vermittlung den Hebräern bekannt geworden und zu Nimrod umgewandelt worden sei. Aber der große Gelehrte hätte uns auch sagen sollen, was Aramäer und Hebräer für einen Gewinn daran hatten, wenn sie aus einem altbabylonischen Gott einen hamitischen Jäger machten? Der umgekehrte Weg hat mehr für sich.

fr. Delitsch 1) ließ Zimrod aus Yu-marad, d. i. Mann von Marada, entstehen. Halévy denkt an Namar-uddu, d. i. Licht des Morgenlandes, hommel weist auf Kamrasit hin, das einen ähnlichen Sinn hat. Derselbe läßt Nimrod aus Arabien kommen ?), und u. Jeremias *) folgt ihm darin nach und läßt ähnlich wie Halévy den Namen ursprünglich Namir-uddu lauten. Das ist aber der Name eines Kinäden und gar nicht arabisch.

Andere lassen ihn aus Aegypten kommen, was eher glaublich ist, wenn auch die Radikalen oder Wurzelkonsonanten von Nimrod noch nicht in einem ägyptischen Wort entdeckt wären *).

Wellhausen hat in späterer Zeit den aramäischen Gott Mauri oder Mari herangezogen, andre dagegen den kofsäischen Gott Maradasch, der den assyrischen Pinib vertritt. Eine nette Blumenlese. Ich bin aber nicht gewiß, daß meine Sammlung der verschiedenen Meinungen über Nimrod eine vollständige ist.

Die Pateft. Alle Herrscher oder Könige sind nach Unschauung der Babylonier göttlichen Geschlechts, Söhne einer Istar, sei es der „großen Buhlerin" oder der Istar von Arbela. Die ältesten Herrscher in Babylonien und in Affyrien waren zu gleicher Zeit Könige und Priester. Man nennt sie daher Priesterkönige, Patesi und Isakku. Ihre Herrschaft erstreckte sich anfangs nur je über ein kleines Gebiet; aber nach und nach wurden solde kleine Herrschaften vereinigt. Zuerst entstand als größere Herrschaft das alt-babylonische Reich mit der Hauptstadt Ur, wo Semiten bereits um 3000 v. Chr. vermutlich aus Arabien eingewandert waren und Wohnfiße und Einfluß gewonnen hatten "). So mögen diese zuerst hier auf: geführt werden; die wichtigsten aber unter ihnen werden noch eine eingehende Darstellung erfahren.

1) fr. Hommel, bab.-aff. G., S. 221. 2) X. u. u., S. 298. 3) U. T. O., S. 158. 4) Meyer in Stades Zeitschr. für altt. Theol. 1888. 5) Gen. 11, 28.

In Ur regierten in vorgeschichtlicher Zeit Igurkapkapu, Samsiramman, Khallu, Jri, Girlab und später Urbau oder Urgur und Dungi, der Sohn Urgurs, etwa um das Jahr 2850 v. Chr. ?). Doch ist zu bemerken, daß die feilschriftlichen Denkmäler dieser ältesten Zeit dem Altertumsforscher volle freiheit in der Anordnung der Herrscher lassen.

Aus den folgenden 450 Jahren kennt man als Herren von Ur Jnlil, Tafsigurumas und Ugumkakrime. Auf diesen folgen die Könige der ersten Dynastie, die bei Berosus die zweite heißt, 2300—2076 v. Chr. Zu ihr gehören Sumuabi, der in seinem 5. Regierungsjahr den erhabenen Tempel des Gottes Nannar zu Ur erbaute und im 8. Jahr eine Zedernholztüre an diesem Gebäude machen ließ. Sein Nachfolger Sumulailu erwählte die Stadt B abel zu seiner Residenz und baute eine Große Mauer gegen einbrechende Nomaden.

Zabiu oder Zabum baute bereits am Esagila-Tempel zu Babel. Es folgte Upilsin oder Abisin. Sinmuballit schlug die Truppen von Ur mit dem Schwert, nämlich die Nomaden des Meerlandes, die nächsten Stammesverwandten eines Abram. Es folgt Sinmuballits Sohn Hammurabi, dessen Sohn Samsi-iluna I. und Jbisum. Amisatana oder Umiditana heißt bereits auf den gefundenen Inschriften der mächtige König, König von Babel, König von Kiski, König des Landes Sumer und Ükkad, König des weiten Westlandes“. Es folgen noch Amisadugga und Samsusatana oder Samsuditana.

Die z w eite Dynastie in B a bel beginnt mit Jsammi, ihm folgen Kudurbel, Sagasaltias oder Sagaraktias und Sargon I. um 2000 v. Chr.

Raramsin, Sohn Sargons I., gewann einen Sieg über Elam. Die Säule, die diese Tat verherrlichte, wurde durch Schutruk nachunte verstümmelt.

Gulgunu oder Gulkisar (?), Samsi-iluna II.

Betreff der Zeit und folge der einzelnen Datesi herrscht, wie schon oben angedeutet wurde, eine große Unsicherheit, da alle ihre vielen Bauinschriften ohne Zeitangabe sind. Daher wird u. a. Sargon I. von Ugade von einigen Forschern auf 3000 ?), von andern auf 3750 €) v. Chr. angeseßt.

Jn Urban, einer Stadt der Kissati, die später assyrisch wurde, herrschte der Datesi Muses-ninib.

1) Undere Herrscher siehe unter Ur, S. 39. 2) fr. hommel, Brundriß, S. 299. 324. 3) Bezold, N. u. B., S. 27.

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