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dieweil ich (noch bier) ftebe vor dem Rathe, ohne um des einigen Wortes willen, da ich unter ihnen stand und tief: Ueber (wegen) der Auferstehung der Todten werde ich von euch heute angeklaget! Da aber_ Felir solches hörte, zog er sie auf (verfd ob er die weitere Untersuchung); denn er wußte fast wohl um diesen Weg (um sich erst von ihrer Lehre genauer in Kenntniß zu leben), und spracy: Wenn lysias, der Hauptmann, herab kommt: so wil ich mich eures Dinges erfundigen (eure Sache' weiter unterfuchen). Er befahl aber dem Unterhauptmann, Paulus zu behalten und lassen Ruhe haben, und Niemand von den Seinen wehren, ihm zu dienen, oder zu ihm zu kommen. Nach etlichen Tagen aber tam Felix mit seinem Weibe Drusilla, die eine Jüdin mar, und forderte Paulus (vor fich), und hörete ihn von dem Glauben an Christus. Da aber Paulus redete von der Gerechtigkeit und von der Reuschhelt (Enthaltsamfeit) und von dem zukünftigen Gerichte, erschrae Felip, and antwortete: Gehe hin auf diesmal; wenn ich gelegene Zeit habe, will ich dich (wieder) berlaffen rufen! Er boffte aber darneben, daß ihm von Paulus Follte Geld gegeben werden, daß er ihn losgåbe, darum er thn auch oft (vor) fordern ließ, und sich mit ihm besprach. Da aber zwei Jahre um waren, kam Portius Feftus an Felir. Statt. Felix aber wollte den Juden eine Wohlthar (Gefälligkeit) erzeigen, und ließ Paulus hinter sich gefangen.

357. Paulus verlangt, vor Feftus als romilder Bürger vom Kaiser gerichtet zu werden, und der jüdirde König Agrippa felbst gibt ihm das Zeugnis der Unrulo. (Rap. 25. 3. 26.)

Da nun Feftus in das Land gekommen war, jeg er von Cafarea gen Jerusalem. Da erschienen vor ihm die Kobenpriester und die Vornehmsten der Juden wider Paulus, und baten um Gunst wider ihn, daß er ihn fordern ließe gen Jerusalem ; (aber rie) stelleten ihm nach, daß sie ihn unterweges umbråchten. Da antwortete Feftus, Paulus würde ja behalten (verwahrt) zu Cåsarea, aber er wurde in kurzem wieder dahin ziehen. Welche nun unter euch (sprach er] tonnen, die lasset tnit ziehen, und den Mann verklagen, so etwas (Sculdiges) an ihm ift. Darauf zog er (wieder) gen Casarea, und des andern Tages regte er sich auf den Richtstuhl, und hieß Paulus holen. Da derselbige aber fam

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(erfchien), traten umber die Iuden, die von Jerusalem gekommen waren, und brachten auf (vor) viele und schwere Klagen wider Paulus, welche sie nicht vermochten zu beweisen, dfemeil er sich verantwortete : Ich habe weder an der Juden Geleß, noch an dem Tempel, noch an dem Kaiser mich versündiget! Feftus aber wollte den Juden eine Gunst erzeigen, und antwortete Paulus: Willst du hinauf gen Jerusalem, und daselbst darüber dich vor mir richten lassen? Paulus sprach: Ich stehe vor des Kalsers Geridt; da soll ich mich lassen richten. Den Juden habe ich kein Leib gethan, wie auch du auf das beste weißt. Habe ich aber Jemand Leid gethan, und des Todes werth gehandelt : 'To weigere ich mich nicht, zu sterben. Ist aber der feines nicht (in Wabr. heit gegründet), deß fie mich verklagen: so kann mich ihnen Niemand übergeben. Ich berufe mich auf den Kaiser ! Da besprach rich Feftus mit dem Rathe, und antwortete: Auf den Raiser hast du dich berufen; zum Ralfer sollst du ziehen! Aber nach etlichen Tagen kamen der (Varallen,) König Agrippa und (reine Schwester) Bernice gen Cåsarea, Feftus zu empfangen (glud wünschend zu begrüßen). Und es legte Feftus dem Könige den Handel von Paulus vor, und fprach: Es ist ein Mann von Felir hinterlassen gefangen, um welches willen die Suden vor mir erschienen, und baten, ich sollte ihn richten lassen, welchen ich antwortete: Es ist der Römer Weise nicht, daß ein Mensch ergeben werde umzubringen (u'm Tode verurtheilt werde), ehe denn der Verklagte babe seine Klåger gegenwärtig, und Raum (Gelegenheit) empfange, fich der Anklage zu verantworten. Da sie aber hieher zusammen kamen, machte ich feinen Aufschub, und hielt des andern Tages Gericht, und hieß den Mann vorbringen, von welchem, da die Vertlåger auftraten, brachten sie der Ursache keine auf, der ich mich versah. Sie hatten aber etliche (Streit») Fragen wider ihn von ihrem Aberglauben, und von einem verftorbenen Jesus, von weldiem Paulus sagte, er lebe (wieder). Da ich mich aber der (auf die Streite) Frage nicht verstand, sprach ich, ob er wollte gen Jerusalem reisen, und daselbst sich darüber laffen richten? Da aber Paulus fich berief, daß er auf des Kaisers Erkenntniß (in Haft) behalten würde, hieß ich ihn bebaften, bis daß ich ihn zum Kaiser Fende. Agrippa sprac: Ich möchte den Menschen auch gerne hören. Er aber sprach : Morgen roast du ihn hören. Und am andern Tage, da Agrippa und Bernice kamen mit großem Geprånge, und

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gingen, in das Richthaus mit den Vornehmsten der Stadt, ward Paulus gebracht. Feftus (prach: Lieber König Agrippa, und alle ihr Månner, die ihr mit uns hier reyd, da fehet ihr den, um welchen mich die ganze Menge der Juden angelanget bat, beldes ju Jerusalem, und auch hier, und schrieen, er fodle nicht langer leben. Ich aber, da ich vernahm, das er nichts gethan hatte, das des Todes werth rey, und er aud) selber fich auf den Kaiser berief, babe ich beschlossen, ihn an denselben) zu senden, von welchem ich (jedoch nichts gewisses habe, das ich dem Herrn Schreibe. Darum habe ich ihn lassen bervor bringen vor euch, allere meist aber vor dich, Ronig agrippa, auf daß ich nach geschehener Erforschung haben möge, was ich schreibe; denn es dunket mich ungeschickt zu seyn, einen Gefangenen zu schicken, und keine Urfache mider ihn anzuzeigen. Agrippa aber sprach zu Paulus: Es ist dir erlaubet, für dich gù reden. Da verantwortete sich Paulus also: Es ist mir sehr lieb., lieber König Agrippa, daß ich mich heute vor dir verantwoorten rod alles, deß ich von den Juden beschuldiget werde, allermeist, weil du weißt alle Sitten und Fragen (Gebrauche u. Lehrmeinungen der Juden. Darum bitte ich dich , ou wollest mich geduldiglich hören. Zwar mein Leben von Jugend auf, wie das vom Anfange unter diesem Volk zu Jerusalem zugebracht ist, wissen alle Juden, die mich vorhin gekannt haben, wenn Re wollten bezeugen; denn ich bin ein Pha. risâer gewesen, welches ist die strengste Sekte unsers Gottesdienstes. Und nun stehe ich, und werde angeklaget über die Hoffnung an die Verheißung, To geschehen ist von Gott zu unsern Båtern. Dieser Hoffnung halber werde ich von den Juden beschuldiget. Warum wird das für unglaublich bei euch gerichtet, daß Gott Todte auferwecket? Zwar ich meinte (vormals) auch, ich mußte viel zuwider thun dem Namen (Der lehre) Jefus von Nazareth, wie ich denn auch zu Jerusalem gethan habe, da ich viele Heilige in das Gefängniß verschloß, darüber ich macht von den Hohen. priestern empfing ; und wenn sie erwürget wurden, half id dan Urtheil (prechen, und durch alle Schulen peinigte ich sie oft, und zwang fie, zu låfterń, und war überaus unsinnig (w út bend) auf liere und verfolgte sie auch bis in die fremden Städte. [Hier erzahlt Paulus wieder die Geschidyte reiner Bekehrung und Berufung zum postelamte, Nr. 338., und fåhrt dann fort:] Daber, lieber König, war ich der bimmlischen Erscheinung nidt unglaubig, sondern verkündigte zuerst denen zu Damaskus und zu Jerusalem

und in alle Gegend des jådischen Landes, auch den Beiben, daß fie Buße thåten und sich bekehrten zu Gott, und chåten rechtschaffene Werke der Buße. Um deswillen haben mich die Juden im Tempel gegriffen und unterstanden (versucho), mich zu tóden; aber durch Hülfe Gottes ist es mir gelungen, und ich stehe bis auf dieseso Tag, und zeuge belden, den Kleinen und Großen, und sage nidits außer dem, das die Propheten gesagt haben, daß es geschehen sollte, und Mose, daß Christus sollte leiden, und der erste seyn aus der Auferstehung von den Todten, und vertůndigen ein Licht dem (iddischen) Volfe und den Heiden. Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit lauter Stimme : Paulus, du rasest! Die große Kunst (Gelehrsamkeit) macht dich rasend! Er aber sprach: Mein theurer Feftus, idh rase nicht, sondern ich rede wahre und vernünftige XBorte. Der König weiß solches wohl, zu welchem ich freudig rede; denn ich achte (glaube), ihm sey der teines verborgen (unbekannt); denn solches ist nicht im Winkel geschehen. Glaubest du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubeft. Agrippa aber sprach zu Paulus: Es fehlet nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ würde. Paulus aber sprach: So svůnschte vor Gott, daß nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande! Und da er das gesagt, stand der König auf, und der Landpfleger und Bernice und die mit ihnen faßen, und entwichen beiseits , redeten mit einander , und sprachen: Dieser Mensch hat nichts gethan, das des Todes oder der Bande werth rey. Agrippa aber sprach ju Feftus: Dieser Mensch båtte fónnen los gegeben werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hatte. 358. Paulus Rettung vor und nad einem Sturme. (R. 27.)

Da es aber beschlossen war, daß wir in Welschland (nach Stalien) schiffen sollten, übergaben fie Paulus und etliche andere Gefangene dem Unterhauptmanne Julius. Da nun aber auf einer langsamen Fahrt), viel Zeit vergangen war, und nunmehr gefåhrlich war zu schiffen, darum, daß auch die Fasten schon vorůber (und es also Herbft) war, ermahnte fie Paulus, und sprach : Liebe Månner, ich rehe, daß die Schifffahrt wid mic Beleidigung (Beschwerde) und großem Schaden ergehen, nicht allein der Laft (Ladung) und des Schiffes, sondern auch unsers Lebens. Aber der Unterhauptmann glaubte dem Schiffberrn und

dem Schif (teuers) manne mehr, denn dem, das Paulus sagte. Und da die Anfuhrt (der Hafen) ungelegen war, zu (ůbero) wintern, bestanden ihrer der mehrste Theil auf dem Rathe, von dannen zu fahren. Nicht lange aber darnach erhob sich wider ihr Bornehmen eine Windsbraut (@rurmwind); und da das Schiff ergriffen ward, und konnte sich nicht wider den Wind richten, gaben wir es dahin, und schwebeten also ;' und am dritten Tage warfen wir auc die Bereitschaft (Borråthe) im Schiffe. Da aber in vielen Tagen weder Gonne noch Geftirn erschien, und ein nicht kleines Ungetvitter uns zuwider war, war alle Hoffnung unsers Lebens dahin. Und da man lange nicht gegessen hatte, trat Paulus in Das Mittel unter fie, und sprach: Lieben Mámer, man sollte mir geborden, und nicht von Kreta aufgebrochen reyn, und uns dieses Leidens und Schadens überhoben haben! Doch nun ermahne ich euch, daß ihr unverzagt reyd; denn Keines Leben aus uns wird umfommen, chne (außer) das Schiff. Denn diese Nacht ist bei mir gestanden der Engel (des) Gottes, den ich bin und dem Ich diene, und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus! Du muft vor den Kaiser gestellet werden, und Riebe, Gott hat die geschenfet alle, die mit dir schiffen! Darum , lieben Månner, reyd unverzagt; denn ich glaube Gott, es wird also geschehen, wie mir gesagt ift! Und da es anfing, licht zu werden, ermahnte fie Paulus alle, daß fie Speise nåhmen, und sprach : Es ist heute der vierzehnte Tag, daß ihr (fast) ungegessen geblieben reyd; darum ermahne ich euch, Speise zu nehmen, euch zu laben; denn es wird euer Feinem ein Haar, von dem Haupte enifallen. Und da er das gesagt, nahm er das Brod, dankete Gott vor ihnen allen, und brach es, und fing . an zu essen. Da wurden sie alle gutee Muthes, und nahmen auch Speise. [linser waren aber alle zusammen im Schiffe zwei hundert und sedys und liebenzig Seelen.] Und da sie ratt geworden, erleichs terten sie das Schiff, und warfen das Getreide in das Meer. Da es aber Tag ward, kannten sie das Land nicht; einer Unfuhrt aber wurden sie gewahr, die hatte ein (fla che s) Ufer; da hinan wollten fie das Schiff treiben; top es möglich wäre. Und da wir fahren an einen Ort, der auf beiden Seiten Meer hatte (Erdjunge, Vorgebirg), stieß sich das Schiff an, und das Bordertheil blieb fefte stehen unbeweglich, aber das Hinterthell zerbrach von der Gewalt der Bellen. Die Kriegsknechte aber hatten einen Rath, die Gefangenen zu tóden, daß nicht Jemand, ro heraus schwämme, entflohe. Aber der Unterhauptmann wollte Paulus erhalten, und

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