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Stadt des Lebensbaumes, Gisgalla oder Kadingira Tor Gottes, Suanna Stadt der Götter, Hand des Himmels, Uruazagga heilige Stadt oder hochgewaltige Stadt Marduks. Aber vielleicht bezeichnen einige dieser Namen wie die noch von fr. Hommel aufgeführten Tima, Tiki und Tumaki nur einzelne Teile der großen Stadt.

Von einem Gründer dieser Stadt wissen die Keilschriften nichts, vielmehr reden sie von dem Jorn Bels über die Sünde der Leute, die Babels Mauern bauten und einen Hügel des Palastes. Anu, der die Bauleute tötete, heißt Sartulielli Herr des erhabenen Hügels. Dieser Bericht enthält noch einige Spuren der Erinnerung an das Ereignis, das uns in Gen. 11 erzählt ist.

Die Griechen nennen Bel als Erbauer der Stadt, die Hommel anfangs 1) für eine Gründung der eingewanderten Semiten hielt, später aber für eine sehr alte Stadt erklärte. Dieselbe wurde vom Euphrat und mehreren Kanälen durchschnitten. An dem Kanal Udkihunna lagen die Stadtteile Mera und Tutul. Im Osten floß der Kanal Libilhigalla.

Eine Vorstadt von Babel, zu Zeiten aber auch ganz selbständig, war Borsippa, in K. S. Barsip, heute Birs Nimrud genannt. Die Stadt hatte ihre eigne Umfassungsmauer Tapirsupursu genannt. Zur Zeit des Königs Nebonassar wurde Borsippa wieder von Babel abgetrennt. Hier stand der höchste Stufenturm des Candes, Esagila oder Euriminanti oder Eteanki oder Bittemennu same u irsiti Haus des Grundes von Himmel und Erde hieß. Den erstgenannten Stufenturm stellte Nebukadnezar II. mit vielem Aufwand wieder her. Er stand noch zur Zeit des Kaisers Septimius Severus. Heute bedecen seine Trümmer eine Fläche von zweiundsechzig Meter Länge und Breite bei zweiundvierzig Meter Höhe. Herodot sagt von dem quadratischen Bau, den er selbst gesehn hat, jede seiner Seiten messe zwei Stadien oder dreihundertsechzig Meter. Plinius nennt ihn einen Tempel des Belus. Uuf zwei Toncylindern läßt Nebukadnezar II. sich also vernehmen ?):

„Wir verkünden das folgende. Der Tempel der sieben Lichter der Erde, der Turm von Borsippa, den ein früherer ) König errichtet hatte und bis zu einer Höhe von zweiundvierzig Ellen vollendet, dessen Zinnen er jedoch nicht aufgesetzt hatte, war seit fernen Tagen in Trümmer zerfallen. Man hatte für seine Wasser.

innen feine Sorge getragen, Regen und Sturm hatten seine Ziegel hinweggespült, seine Dachsteine waren zersplittert, die Ziegel des Gebäudes waren hinweg. geschwemmt und zu Trümmerhaufen geworden. Der große Gott Marduł trieb mich an, ihn wieder herzustellen. Seine Cage indeß schädigte ich nicht, ich änderte nicht seine Grundmauern. In einem glücklichen Monat, an einem günstigen Tage bildete ich die Ziegel des Gebäudes und die Dachsteine zu einem festen Gebäude und erneuerte den Unterbau. Jch erhob meine Hand, um es wieder herzustellen und seine Zinne

1) Sem. V. u. S. I, S. 238.

2) Diese Inschrift ist schon früher mitgeteilt worden, aber in andrer Ueber. ießung

3) Lenormant übersetzt „der älteste König“.

aufzurichten. Wie es vor Zeiten war, baute ich es neu. Wie es in fernen Cagen war, errichtete ich seine Zinne."

In der Tat besteht der Kern des Gebäudes aus gut gebrannten Ziegeln, die mit Erdharz ') verbunden sind, wie noch heute ein jeder fehn kann. So ist in diesem Kern der älteste Teil des Turmes erhalten.

Herodot berichtet weiter, daß Babylon ein Viered in dem andern war, indem die Stadt von einer doppelten Mauer umschlossen wurde. Jede Seite der äußern Mauer war einhundertzwanzig Stadien lang, die der innern neunzig Stadien. Demnach war der Raum zwischen beiden Mauern fünfzehn Stadien breit, was bei den regelmäßigen Diereden die bedeutende fläche von 46 656 Hektaren oder beinahe 200 000 Morgen Landes ergeben würde. Hierüber sagt Nebukadnezar in einer Inschrift:

„Bei der Uefestigung von Babel habe ich, um dreihundertsechzig Ellen Landes der Seiten von Nimittibel, dem julhu von Babel, zu schützen, vom Ufer des Euphrat bis zur Schwelle des Istartores zwei mächtige Mauern aus Usphalt und Badsteinen zu einem Duru bergegleich erbaut. Zwischen ihnen führte ich ein Wert von Ziegelsteinen auf. Uuf seiner Spitze errichtete ich einen großen Palast als Wohnung meiner Herrschaft aus Usphalt und Backsteinen hoch auf und verband ihn mit dem Palast

. der mitten in der Stadt gelegen ist, und ließ die Wohnungen meiner Herrlichkeit erglänzen. Dann habe ich wieder von der Schwelle des Istartores bis zunı untersten turru von Nimittibel im Osten dreihundert Ellen Breitseite von Elimittibel an ein mächtiges Duru aus Asphalt und Badsteinen zum Schutze bergehoch erbaut und verstärkte die Warte kunstvoll und machte Babel zur Festung J..

Was die beiden Mauern Nimittibel, deffen Ziegel häufig neben dem Stempel in Keilschrift auch einen aramäischen Stempel in hebräischen Schriftzeichen tragen, und Imgurbel betrifft, so streiten darüber die Gelehrten. Die einen halten sie mit Kaldewey für Mauern der Königsburg, die andern mit fr. Delißsch für die beiden Mauern die ganz Babel umschlossen. Sie waren nach Herodot fünfzig Ellen did, zweihundert Ellen hoch und enthielten hundert eherne Tore 3). Ueber ihren Bau be. richtet Mebukadnezar in einer großen Steininschrift

, daß Webopolassar, sein Vater, ihren Bau angefangen habe, den er vollendete. Sie liefen längs des Kanals Arachtu und des Euphrat von Duazaga, dem Ort der Schidsalsbestimmung, bis zur Straße Uibursabu gegenüber dem Tor der Beltis. Sie waren aus turminabanda-Stein gebaut und mit Erdpech verbunden. Dieser Stein soll eine Art Breccie sein, ein FelsenGestein ähnlich der Nagelflue, das aus verschiedenen Gesteintrümmern besteht, aber doch große Festigkeit befißt. Die genannte Straße aber ließ Nebukadnezar vom Jllutore an bis Istarsakkipattibisa durch Aufschüttung so viel erhöhen, daß sie bei der Mardukprozession gebraucht werden konnte. Die Inschrift besagt:

„Uibursabu, die Straße von Kadingira für den Prozessionsweg des großen Herrn, des Bottes Marduk, eine hohe Uuffüllung füllte ich auf und mit Mauer. fteinen von Steinen des Bestandes der Berge (er meint Kalksteinplatten) vom Glanztore an bis Nanaisakipattibifa (Istar wirft die feinde nieder) machte ich ihn schön für den Prozessionsweg seiner Gottheit und verband ihn mit dem, was mein Vater gebaut hatte, und baute den Weg ").“

1) Gen. 11, 3. 2 Nach Weißbach und Meißner. 3) Jej. 45, 2.

Diese Erhöhung machte die Erbauung neuer Tore notwendig. Es entstanden die Mardut- und Nebostraße, gen. Nabuditarnisisu. Inschriftlich läßt der König verkündigen:

„Jene Tore riß ich nieder, legte ihren Grundstein an die Oberfläche des Waffers (des Grundwaffers) mit Erdpech und Badsteinen fest. Mit glänzenden ulnu (blau) glasierten Ziegeln, die mit Stier- und Drachenbildern geschmüct waren, baute ich das Innere kunstvoll aus)."

Babel hatte acht Core, die verschiedenen Gottheiten geweiht waren, wie das auch in Assyrien üblich war; vergl. Dursarukin. Wer durch das Nannator die Stadt verließ, gelangte in kurzer Zeit nach Borsippa.

Eine Vorstadt, die vermutlich zwischen den beiden Mauern lag, hieß Hillah. Hier fand man eine Menge kleiner Tontafeln, die Kontrafte und Quittungen des babylonischen Banthauses Maraschu. G. Smith erwarb sie für das britische Museum.

Südöstlich von Babel ließ Nebutadnezar einen See graben, der mehr als siebzig Kilometer Umfang, also gegen fünf deutsche Quadratmeilen Oberfläche hatte, angeblich um die Stadt auf dieser Seite besonders zu schüßen; denn an Wasser fehlte es bei dem großen Strom und den vielen Kanälen weder der Stadt noch der Umgegend. Wie sollte auch ein See beffer schüßen als die gewaltigen Mauern, die wir bereits fennen gelernt haben Im Gegenteil steht zu vermuten, daß dieser See als stehendes Wasser bald versumpfen und die Stadt mit verderblichen Miasmen erfüllen werde. Und wenn man weiter bedenkt, daß durch diese Anlage ein bedeutendes Gelände, fast dreihundert Quadratkilometer, von fruchttragendem Ader. oder Weideland in ein ertragloses Wassergebiet umgewandelt wurde, so kommt man leicht zu dem Schluß, daß man es hier mit der Uusführung einer firen Idee eines gestörten Geistes zu tun hat. In feine hängenden Gärten, die den Namen Semiramis mit Unrecht tragen, die aber Herodot noch gesehn haben muß, mag der franke König als nahe bei seinem Palast geführt worden sein o). Sichere Spuren solcher künstlichen Gartenanlage fand Rassam in den Ueberresten von Brunnen und Wasserleitungen, die mit dem Euphrat in Verbindung geftanden hatten. Daneben wird erzählt, Nebukadnezars Gemahlin sei die nordische Königstochter Amyte oder Umytis gewesen, der zu Liebe er diese fünstlichen Berge mit Blumen, Quellen und Bächen geschaffen habe, damit sie dadurch für die verlassenen Berge ihrer Heimat entschädigt werde.

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Mitokris, die Mutter des Nabonedus, ließ nach Herodot eine Brücke über den Euphrat bauen, die nach ihr genannt wurde. In ihrem Grabe foll der König Darius diese Worte gefunden haben:

„Wärest du nicht der geizigste unter allen Menschen, so würdest du nicht die Toten in ihrer Ruhe gestört haben.“

Häufig wurde das große Babel 1) troß seiner gewaltigen Mauern erobert und zerstört, aber auch wieder aufgebaut. Als Sargon II. von Affyrien 721 v. Chr. die Stadt erobert hatte, ließ er viele von ihren Einwohnern nach Samaria bringen, wo sie ihre alten Götter Marduk und Zirbanit als Sukkoth Benoth weiter verehrten ). Nach E. Schrader ist Sukkoth eine und dieselbe Gottheit wie der sumero-akkadische Sikkuth, dem Israel in der Wüste Sinai diente 3).

Das große Babel enthielt auch viele Tempel der Götter, die in sich einen ganzen Kompler von Gebäuden befaßten. Der uns schon bekannte hohe Weg führte von Marduks Tempel Ejagila bis zum Tor der Istar. Jn Borsippa stand Nebos Tempel Ezida, d. i. ewiges Haus, und zwar in der Vorstadt Ugade, von der später das Land und Voll seinen Namen erhielt. Wenn die hl. Schrift *) den Namen Akkad überliefert hat, so findet sich auch in K. S. das Cand als mat akkadi. Hier stand der Tempel der Istar oder Ununit, der Eulmas genannt war. Auf der Ziggurat von Nebos Tempel wurden vornehmlich die astronomischen Beobachtungen gemacht.

Nachdem Sanherib die Stadt zerstört hatte, ließ er sie 690 v. Chr. wiederherstellen. Besondere Huld widmete ihr sein Nachfolger Usarhaddon. Kyros der Perser gewann die Stadt ohne Belagerung, schonte ihrer und wandte viel Sorgfalt auf die Erhaltung ihrer Heiligtümer. Der Meder Darius ließ 488 v. Chr. die Mauern und Türme der Stadt niederlegen, weil sich ihre Einwohner gegen ihn empört hatten. Xerres nahm Bels goldne Bildsäule und andre Schäße des Marduktempels zur Bestreitung der Kriegskosten, als er gegen Griechenland auszog. Alexander d. Gr. wollte die Stadt wieder herstellen, aber er starb, ehe noch das Werk in Angriff genommen war.

Noch Antiochus Soter nannte sich König von Babylon, auch Wiederhersteller von Ejagila und Ezida. Er legte den Grundstein für Esagila" am 20. Adar im dreiundvierzigsten Jahr der seleukidischen Aera, die 312 v. Chr. ihren Anfang genommen hatte. Damals schrieben die Magier noch in der alten Keilschrift. Unter den Seleukiden ging es mit Babel rasch abwärts. Plinius kennt seinen Ort nur als Trümmerstätte, die im fünften Jahrhundert nach Chr. durch einen Aus

1) Dan. 4, 27.
2) 2. Kön. 17, 30.
3) Amos 5, 26.
4) Gen. 10, 10.

bruch der vernachlässigten Kanäle zum Teil in einen Sumpf verwandelt wurde.

Bab harru, eine babylon. Stadt, lag an der Mündung eines Kanals.

B absalimati war die südlichste Stadt von ganz Babylonien.

Bagdadu, nahe bei Meturnat, wird schon 1100 v. Chr. unter Marduknadinachi erwähnt, in nachchristlicher Zeit dann hochberühmt und ist noch heute eine volfreiche Stadt mit dem alten Namen.

Bala w at f. Ninive.
Bargani war eine babylon. Stadt am Euphrat.
Bargisis. Uruk.
B

a 3 oder Pasa, Pasitu war eine babylon. Stadt zwischen Sippara und Nippur. Hier baute Nebukadnezar dem Belsarbi oder Cugalgisatugablis einen neuen Tempel Edurgina oder Ekugina genannt.

Besim war keine Stadt, sondern ein Fluß oder Kanal in Babylonien.

Bilbulit hieß eine assyrische Stadt nahe bei Ninive.
Bitad a war ein babylon. Ort am Kanal Zirzirri.

Bitadini hieß eine altsemitische Stadt und Cand an der Stelle, wo später das Land Mitanni genannt wird. In der hl. Schrift ?) wird Bne eden neben Gojan und Telasar genannt.

Bitalgia war eine Stadt in Nordbabylonien.

Bitch airi war eine Stadt in Uffyrien, die unter Sargon von Elam eingenommen, aber von Sanherib zurüderobert wurde. Vergl. Palluttatu.

Bitdaturi hieß eine babylon. Stadt und Landschaft am Euphrat, die von Ptolemäus Jdikara genannt wird.

Bithanbi, eine babylon. Stadt am Besim.
Bithumri oder Bitomri, d. i. Samaria, s. Pal u. Syr.
Bitjakin hieß eine altbabylon. Stadt.
Biti buni war eine babylon. Stadt am Dubatafluß.
Bitimbiati, eine Stadt in Babylonien.

Bitiftar, eine babylon. Stadt, eroberte Tiglatpilesar III. und richtete hier sein königliches Bild auf. Es war mit Inschriften versehen wie auch der Speer des Gottes Ninib, den er hier aufpflanzte.

Bittilam ze h war eine feste Stadt in dem nördlich von Afiy rien gelegenen Gebirgsland. Sanherib eroberte sie und machte Kriegsgefangene aus verschiedenen Völkern zu Einwohnern dieses Ortes.

Bitt ubatti, eine babylon. Štadt mit Weinbau, lag östlich von Babel.

Bitriduti, bei Urrian Jridotis genannt, lag in Nordbabylonien.

1) 2. Kön. 19. 12.

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