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„bernunftwidriges Mengsel römischen Aberglaubens; - Madto „gebote unduldsamer Priester; beforånkte Priesterkópfe; 1,- römische Geistesvormůnder; geborne Pfleger allgemei: ,,ner Unwissenheit; blindglåubige Knechte der Finsters ,,niß; Freunde der Finsterniß; neue Weltverfinsterer; ,,- römische Priesterberrschlinge; planmäßige Verfinstes ,,rungsversuche; kede römische Helfershelfer ; geists ,,lich, weltliche Doppelherrscher auf Petri Stubl; Banns „blike;

blinde Sclaveren; påpstliche Sakungen; ,,knechtisches godh selbstsüchtiger Priester; mittelalterliche „Unmaßungen; weltverbůsternde Gebote; Priester: „knechte; priesterliche Dunkelmånner; römischer Untis ,,christ; despotisches Priester-Regiment;“ u. . w. Man fiebt, das ganze Arsenal von Schimpfwórtern, wie es vor dreibundert Sabren angelegt wurde, ist wieder gesonnt wors den, einzig der sterkorologische Theil, als „der Bildung der Zeit" nicht mehr angemessen, unberührt geblieben. Uebris gens ist die Predigt, in welche jene Ausdrúde gleich fun, telnden Juwelen gefaßt waren, als ein Siegebruf des Pros testantismus,“ als Meisterstůđ ,,åcht protestantischer Kanzels beredtsamkeit“ angerühmt worden.

Nur ein wenig gemäßigter in der Form ließ sich bei åbulicher Gelegenheit der großherzoglich berfische Hof prediger Zimmermann Bernehmen. Aber auch er behauptet von der Kanzel, von welcher doch das Wort der Wahrheit und der Versóbnung (unserer Meinung nacb) verkündet werden sollte: ,,daß der Katholicismus zum Aufruhr fübre; daß in kathos lischen Ländern die Ruhe und der Friede der Völker am Häufigsten gestört, Throne und Verfassungen umgestürzt, ges fronte Häupter gemordet (und Carl I. Sustav III., Paul I.?), wiederbolte Anschläge auf das Leben der Regenten gemacht worden seyen; daß fich die katholische Kirche gegen die Ges feße des Staats aufgelebt, ihre Glieder von der Pflicht des Gehorsams gegen Fürst und Obrigkeit entbunden, Undulds! samkeit laut gepredigt; daß fie, was feit fünfzig Jahren im bürgerlichen Leben reye verschuldet worden, auf ihr Sdulds bude zu nehmen babe.

Diese Ausfalle veranlaßten einen (wahrscheinlid geists lichen und zu Mainz wohnenden) Katholiken des Großhers zogthums Speffen und bei Rhein zu einer Schrift:

Betrachtungen über die neuesten Angriffe auf die Ehre

der katholischen Kirche. Eine Epistel an Herrn Generalsuperintendenten Röhr zu Weimar uud Herrn Hofprediger Zimmermann zu Darmstadt. Schaffhausen, Hurter'sche Buchhandlung. 36 kr.,

die wir ihres milden Sinnes, ihrer gemäßigten Spraa de, ibrer conciliatorischen Lendenz wegen, mit Recht zu den erfreulichsten Erscheinungen záblen. Aus dem Ganzen spricht das wehmüthige Gefühl, einer Vereinigung anzugeho. reu, an welcher Jeder zum Ritter werden zu müssen sich berufen wähnt, welde, noch bei Menschengcdenten mit Ehre, Ansehen, Besik, Rechten ausgestattet, die ersten alle im Sturme der Zeiten eingebůßt bat, von den lettern nur so piele noch bewabrt, als fremde Gnade ihr bis auf weiteres pergönnen mag; es ist das Srothgeschrei, durch ein von allen

Seiten loøbredendes Bedrängniß endlich zum lautwerden ge: zwungen, welches aber auch dann noch die Macht, sich zu mäßigen, besitzt, und der Låsterung nicht fästerung, sondern das Bewußtseyn, sich doch nicht ganz mundtod und völlig verschollen zu halten, entgegenstellt.

Nachdem der Verfasser die gehässigen Ausbrüde, wie den frånkenden Inhalt der beiden fraglichen Reformations: predigten nåber bezeichnet, frågt er: „,was gab jeßt, am Schluffe das Jahr 1838, Veranlassung, den Streit auf ein allgemeines Feld herüberzuziehen und der ganzen katholischen Kirche einen so vandalischen Vernichtungskrieg anzukündigen? Bevor er diese Frage beantwortet, weist er mittelft der Thats fachen, der gesellidaftlichen Zustände und sich entwidelnden Gewöhnungen nade, daß in Prari unter den mits und durch: einander lebenden Gliedern der verschiedenen Confessionen nirgends Haß, Zwietracht, auch nur Spannung fido gezeigt, seit langem ein bersohnlicher Geist unter den Partbeien ges waltet habe, mithin ein derartiger Feuerruf wenigstens nicht de tempore gewesen seye,

Vier Veranlassungen sind es, welche die auf dem Zitel erwähnten Herren in solche fürchterliche Bewegung festen, 1) Die strengere Geltendmachung der katholisden Unsicht (warum hat der Verf, nicht das bestimmtere Wort febre gebraucht? Unsichten sind immer etwas subjectives) über die gemischten Eben; 2) die Lehre von der alleinfeligmachenden Kirche; 3) die påpstliche Allokution; 4) die Regsamkeit der Katholiken für die Sache ibrer Kirche,

Ueber den ersten Punkt wird bemerkt; daß Uebereing stimmung zwisden den Ehegatten in Bezug auf die oberste

lebensfrage, doch gewiß nie als etwas Gleichgültiges anges reben werden dürfe. In Bezug auf den zweiten wird in kurzer Darlegung der eigentlichen Lehre der katholischen Kirche nachgewiesen, daß dieselbe so schroff, wie vorgegeben werden wolle, nicht seye. „liegt nicht, fragt der Verf., fchon darin, daß fich die protestantische Kirche (ausschließlich) die evan. gelifche nennt, eine vielsagende, eben nicht zårtliche Verwerfung der katholischen?“ Nun die påpstliche Allokution. ,,Was ist dieselbe gegen die Invektiven, die die katholische Kirde in hundert Zeitungsartikeln und Schmåbschriften hat erfabren müssen (und tagtäglich erfahren muß)? Was ist fie, gegen die robe und ungeschladte Ulolution des Papstes det Nationalisten, des Hrn. Generalsuperintendenten Dr. Joh. Fr. Robr?" Der Verf. erinnert dabei an die Allokution des Königs von Preußen bei dem Uebertritt des Herzogs von Anbalt. Köthen zur katholischen Kirche, welche sofort in 10,000 Exemplaren cirkulirte; er wirft fodann einen Blid auf die tiefen Wunden, welche die Glaubenstrennung Deutsch land geschlagen; wie vorzüglich die Geistlichen den Haß und die Partheyung zum kraffen System ausgesponnen håtten, die größere Versduldung hier wahrlich nicht auf Seite der Katholiken liege. Während aber im Leben jene Wunden all: måhlig zu verharschen begonnen, wurden sie durch dergleichen Ausfälle immer wieder aufgeriffen, der verjahrte Groll der Vorzeit ewig und frisd in seiner alten Stärke fort und fort erhalten. Eine schöne Einigung der Gemüther feye durch den fremden Druc hervorgerufen worden, die die erfreulichen Früchte von 1813 und 1814 getragen. Aber mit dem Jahr 1817, der drei bundertjábrigen Reformationssener, sene der

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alte Geist der Zwietracht wieder heraufbeschworen, ein Fanás tismus zu Tage gefördert worden, der an finsterer Hårte und an krankhaften Zuďungen den folimmsten Erscheinun: gen der frübern Zeiten nichts nadgegeben habe. Welche Pamphlete, vol der giftigften Uusfälle, der gehårfigsten Aus schuldigungen, der gröbsten Entstellungen, der wildesten Leis denschaftlichkeit sind nidt von dort an wieder erschienen, uns ter denen das „Schmåblibell bon Voß": Wie ward Friß Stolberg ein Unfrener? den Reigen eröffnet?

Ueber den vierten Punkt, welcher weniger ausführlich entwidelt worden ist, erlauben wir uns, ein paar Andeus fungen zu geben. Sr. Róbr gebórt bekanntlich zu jenen Theologen, welche nicht bloß ein Fortschreiten des Christen: thums annehmen, sondern dieses Fortschreiten mit dem Ver: werfen aller positiven Lehren desselben für gleichbedeutend hals ten, und denen die Fundamentallebren bloß als Ueberganges bråden in einen matten Deismus gelten. Hiefür war in Norddeutschland durd viele berühmte Namen Erstaunliches gewirkt worden, namentlich von jenen Exegeten, von wels chen Lavater irgendwo sagt: sie behandelten die Sache wie Notare ein Testament, bei dem Bewußtseyn, daß fie an der Erbschaft doch keinen Antheil båtten. In der fatholischen Kirche traten zwar bie und da Männer auf, welche mit ale ler Macht der Ueberzeugung, des 2Biffen und der Rede, die Sade des Christenthums so beharrlid als gründlich vers fochten; aber es waren vereinzelnte Stimmen, die man an: derer Seite durch die mannigfaltigsten Mittel in Verruf zu bringen, im Wahn alleiniger Redebefugniß zu übertåuben bes flissen war. In der Praxis hatte sich allerwärts eine sehr

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