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A. C. Wuth und Rache , daß fie desto heftiger in die Feinde 173 drungen, viele niedermachten, und den Rest in die Flucht trieben. b)

Von dieser wunderbahren Errettung der Römis fchen Armee ward zu der Zeit unterschiedlich gesprochen. Etliche gaben vor, der Käyser habe sich hiezu eines Egrips tischen Schwarzkünstlers, mit Nahmen Arnuphis, welchen er ben sich gehabt, bedienet ; der auch durch seine Zauberen dieses Ungewitter soll erreget haben. Und darf man sich nicht verwundern, daß die Aberglaubischen Hena den , die Ehre dieses Wunders ihren Luft

. Göttern beya messen. Wiewohl jenes Vorgeben von dem Zauberer, durch die eigenen Worte des Antoninus im ersten Bus che seiner Betrachtungen, kan wiederleget werden, welche ausdrücklich bezeugen, daß unser Käyfer nie Keine Gemeinschaft mit den irardrchreyern, oder Schwargkünstlern gepflogen; Auch daß er nichts pon vorgegebenen Beschwerungen der Teufel, und eben so wenig von aller andern Zauberey gebalten babe. c)

Andere, fahen dieses Wunder als eine Belohnung der Tugenden des Käyfers an ; und schrieben diese himma lische Hülfe seinem Geberhe zu. Solches fol er mit gen Himmel erhabenen Hånden verrichter, und dem H. mächtigen die Noth der Seinen vorgetragen haben; Deswegen denn auch seine Frömmigkeit die Errettung Des ganßen Volcks als eine Belohnung nach sich gezos gen Kåtte. Diese Bemühung der Henden, angeregtes

Wunder fich zur Ehre auszulegen, bezuget wenigstens
die Warheit der That; gm Fall aber jemand so unvers

nünfs b) Xiphilinus in Marco Aurelio, pag. 274. seqq. Baronius in

Annalibus, & Anton. Pagi Critica in Baronium. .) Antoninus, libro 1. 9.6,

.

nünftig seyn konte, an einer Begebenheit zu zweifeln , die A. C. durch viele glaubhafte Beweißthümer Des Alterthums bes 173 Fråftiget wird, können ihm einige der Zeit geprågte Müna. ken davon überführen, die biß auf unsre Zeiten übrig find. Šuf der einen wird der auf einen niedergeschlagenen Feind , feinen Donner - Keil werffende Jupiter vorges stellet ; d) und die andere ist nach des Herrn Patins e) Gedancken, ebenmåßig von denen Macedoniern zum Andencken dieses wunderbahren Sieges, mit einem Donner-Keil bepråget worden.

So wenig demnach an dieser Sachen Gewißheit zu zweiffeln ift, eben so wenig kan man auch in Abrede fern, daß der ganke glückliche Verlauf, diefér wunders baren Hülfe GOttes, dem Gebeth der Christen zuzua

, schreiben sey.. Wer wolte an des f) Dions Bericht zweifeln, welcher erzehlet, daß ein Officier von der Guarde, dem bekümmerten Käyser erinnert, daß unter dem

sogenannten Jelitenischen Regiment fich eine grosse Anzahl Christen befünde, welchen, weil sie von iha rem GOtt allezeit erhöret würden, Der Käyser befehlen möchte, einen Regen zu erbitten. Antoninus gehorcha te diesem Vorschlag, låsset die Christen versammlen, welche auch durch ihr inbrünstiges Gebeth, Regen vor die verschmachtende Römer, samt Donner und Blis über die trokigen Feinde , von dem Almachtigen GOtt zuwege gebracht haben.

Antoninus hat denen Christen selbst das Zeugniß gegeben, daß die Römer die Erhaltung ihrer Armee deu Christen Gebeth zu dancken hätten, wie er solches in einem, ihtentwegen an dem Römischen Rath abgelassenen Bes

richt d) Vaillant Numismata Imperatorum p. 31. e) Patini Numismata'lmperatorum p. 239. Edit. Argentina. f) Dio Cassius, & ex eo Xiphilinus, in Marco,

A.Ci richt, ausdrücklich melder; und daben die Christen weis 173 teranjugeben, oder zu verfolgen ernstlich verbeut. Dies

fes Kayserlichen Briefes gedencken die damahls lebende Kirchen-Väter, und beruffen sich darauf zum öftern in ihren denen Känsern überreichten Sduk-Schriften; die fie sich nicht unterstanden håttén, als eine im ganzen Dios mischen Reich bekannte Sache anzuführen, dafern dieselbe nicht durch das allgemeine Andencken, und durch das Käys

. ferliche Archiv sattsam råre beglaubet worden. g)

Ich will zwar nicht läugnen, daß der über diese Bes gebenheit an den Römischen Rath geschriebene Brief, in feiner Sprache (das ist auf Lateinisch) nicht mehr zu fins Den fery ; denn die Mißgunst der Heyden, hat das Oris ginal ohne Zweifel unterdrucket : Hingegen aber folgee Daraus nicht, daß die ersten Christen desselben Einhalt vers gessen hätten. Und gefeßt es wären in demjenigen Schreia ben des Antoninus, so der Apologie des Heil. Martyrers

Justini angehäftet ist, ein und andere Dinge verändert, To unterstehe mid, dennoch zu bejahen, daß die Haupt-Saa che dieselbe fen ; zu welchem Ende ich dem

geneigten Leser; Den Einhalt des gedachten Käyserlichen Briefes , hiemit Dor Augen lege.

h) Käyser Marcus Aurelius Antos ninus x. Entbeut dein Römischen Volck und Rath reinen Gruß! Die wichtige Absicht ineis nes Bornehmens ist euch bewust. Aber es ist folches in Teutschland durch hochst gefährliche Zufälle aufgehalten worden. Wir waren Thier von der grossen Menge der Feinde aufges

rieben. g) Tertullianus Apologiæ, cap. 5. item libro ad Scapulan, 6.4. b) Juftini Martyris Opp. pag. 101,

rieben. Ich fand meine Armee zu schwach ihan. C: nen den Kopff zu bieten. Und wie wir von ih="73 nen in die Enge gezogen waren, berieff ich die

11 Christen, so sich in zienlicher Anzahl bey uns funden. Ich redcte hårter mit sie, als ihre Tugenden verdienen.

Sie fingen den Streit nicht mit der ges wöhnlichen Lösung, oder mit dein Schuß der Pfeile an, sondern mit GOtt, welchen sie im Herzen tragen. Drum isto unbillig, daß wir felbige wie vormahls geschehen, vor Ohngötter halten. Sie wurffen sich auff die Erde, und beteten nicht allein für mich, sondern für mein gantes Heer; mit solchem Nachdruck, daß sie uns durch ihr Gebet aus Durst uns HungersNoth gerissen.

Wir hatten in fünff Tagen kein Wasser gehabt, stunden mitten in Deutschland, und im Gesicht der Feinde. Nachdem fie aber ihren GOtt angeruffen, fiel aus den Wolcten ein tühs ler Regen, und ein mit Feuet unterınengter Hagel auf die Feinde. Ihr Gelet ward fera ner von dem Beystand eines unüberwindlichen GOttes begleitet.

Lasset demnach von nun an dtere Christen in Ruhe, damit sie die Waffen ihres Gebets nicht wider uns gebrauchen. Denn es ist mein ernster Befehl, daß keiner solche Leute darum

anklaa

A. C. anklagen soll, weil sie Christen sind. Handelt 173 jemand dawider, und es wird an dein Beklag

ten keine andere Schuld gefunden, als daß er ein Christe ist; so sou dieser frey ausgehen, und der Klåger lebendig verbrannt werden!

Ich will auch, daß dieser mein Befehl, durch einen algemeinen Rath - Schluß beståts tiget, und auf dem Marckt des Trajanus öffentlich angeschlagen werden soll. So soll auch Verasius Pollio, denselben in alle übrigen Provintzen unsere Reichs verschicken. 2:

i) Es sind einige, welche davor halten, die gange mes litenische Legion, fey zum Andencken dieses Wunders, nach der Zeit die donnernde benahmet worden. Allein die Wahrheit der Geschicht, würdé dadurch nicht kråfftis ger. Wir wissen, daß dergleichen Nahme, schon zu Augustus Zeiten, wegen eines Donnerkeils, so sie zum Unterscheid auf ihren Schilden trugen, einer Legion (en gegeben worden. Die Sache braucht solches Zeugniso ses nicht; sonst könte man auch von der annoch zu Rom befindlichen Säule des Antoninus Pius, den regnens den Jupiter, als eine Beglaubigung berbringen.

Nach solchern Sieg ward Antoninus von der Ara mee zum siebenden mahl als Käyser begrüsset, welches er dazumahl geschehen ließ, ob er gleich zuvor dergleichen Ehre nicht ohne Rath-Schluß annehmen wolte. Die Kayserin Faustine aber, welche sich vielleicht nach der frðlichen Post ins Lager begeben hatte, ward mit dem Nahmen einer Mutter der Krieges, Deere, beecha

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ret.

i) Vid. Baronij Annales, ad A.C.176.& Pagi Criticam in cum

Scaliger in Eufebii Chronicon. p. 222, 223,

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