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den Auszeichnungen im Talmud hierüber keinen so überaus großen Wert beimessen. Die Erdichtungen der verschiedenen Begebnisse liegen zu klar auf der Hand. Alle diese Unterschiebungen geschahen nur, um mit ihrer Hilfe eine neue Religion, die christliche, zu gründen. Studiert man den Talmud und alle die Erzählungen und Geschichten, die sich mit dem Neuen Testament decken, genau, so kommt man darauf, daß alle diese schriftlichen Darstellungen gleichsam optische Täuschungen sind; sie kommen einer Fata morgana gleich. Paradiesische Schönheiten, duftige Gärten, wundervolle Schlösser breiten sich, bildlich gesprochen, vor den geistigen Augen des denkenden, des forschenden Menschen aus. Alle diese optischen Bilder, alle diese trügerischen Spiegelungen aber zerfließen in ein Nichts, wenn man sich die ganze Sache näher durch die Lupe betrachtet. Da sieht man erst, daß alle die Erzählungen, alle die Episoden, die aus der Zeit des Jesus Christus uns überliefert worden sind, die sowohl der Talmud als auch das Neue Testament enthält, nichts weiter sind, als poesievoll aufgebauschte Märchenbilder, politische und religiöse Schachzüge. Die Unterschiebungen dieser auf geschichtlicher Basis ruhen sollenden Erzählungen, oder wie wir sie nun schon genannt haben, dieser Märchen, erschienen den Schriftgelehrten des vierten Jahrhunderts aus Gott weiß welchen Gründen notwendig und wichtig; vielleicht für die Eristenz, für die Erhaltung des Glaubens an einen Gott und zur Rettung und Erhaltung der jüdischen Religion.

Eine jahrelange Arbeit erblühte uns durch den Talmud selbst; nur durch ungeheure, fortlaufende Thätigkeit ist es uns gelungen, alle die Widersprüche aufzudecken, die sich mit der Person des Jesus Christus selbst befassen, diese Widersprüche von den auf Wahrheit beruhenden geschichtlichen Thatsachen zu trennen, zu sondern. Keine kleine, vorübergehende Arbeit war es auch, die Beweise für die in der Kirchengeschichte des Eusebius enthaltenen Unwahrheiten zu erbringen. Nur durch eine wirklich aufopfernde Thätigkeit haben wir feststellen können, daß sämtliche Stellen des Talmud, die sich mit Jesus Christus befassen, von den Gelehrten geschrieben worden sind, die nach dem Bar Kochba'schen Kriege gelebt haben; nie haben sich die zur Zeit des Jesus Christus lebenden Schriftgelehrten mit diesen Aufzeichnungen befaßt.

Warum aber haben sich die Gelehrten diese Unterschiebungen, diese märchenhaften Dichtungen zu Schulden kommen lassen?? Weshalb haben sie selbst diese Widersprüche in ihren Aufzeichnungen entstehen lassen?? Widersprüche, die sie doch bei ihrem positiven Wissen, bei ihrer Erfahrung, bei ihrer gründlichen Kenntnis der damaligen Zeitverhältnisse leicht hätten vermeiden können? Nur um in späterer Zeit der Gelehrtenwelt Gelegenheit zu geben, klares Licht in die Verhältnisse zu bringen, zu einer Zeit, wo die wahre Religion, der wahre Glauben an Gott nicht mehr Gefahr liefen, durch die Macht des Heidentums vernichtet zu werden.

Lesen wir z. B. die Geschichte, welche sich mit Maria Magdalena und den sieben Teufeln befaßt.

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Wir haben studiert den Talmud, das Buch Henoch, das Kabbalistische Buch Sohar, die Bücher des großen Kabbalisten fsaak Luria, die Zauberbücher von Faust, welche bekanntlich in vier Bänden nicht weniger als 5000 Seiten umfassen. Die Zauberbücher von Johann Wier, Paracelsus, Horst's Zauberbibliothek sind uns ebenso wenig fremd als das bedeutende Werk „Der Occultismus des Altertums" von Karl Kiesewetter. Alle diese Werke befassen sich naturgemäß mit allerlei Geschichten von Zauberern und Geistern, Dämonen, Heren und deren Prozessen; aber nirgends findet man auch nur die leiseste Undeutung dafür, daß irgend jemand, sei er nun männlichen oder weiblichen Geschlechts, sei es ein Kind oder sogar vielleicht gar ein Tier von einem Teufel besessen gewesen sein soll; viel weniger, daß sich die hübsche Anzahl von sieben Teufeln mit irgend einem derartigen unglücklichen Wesen näher befaßt haben soll. Nach allem, was wir aus diesen Werken geschöpft haben sollen, fönnen wir nur das Gegenteil von dem im Neuen Testament, enthaltenen annehmen. Nur ein Mann konnte sich dem Teufel verkaufen nie eine Frau oder auch ein erst im Jünglingsalter stehender Mann. Nur Heren verkehrten mit niedern Geistern und Dämonen, aber nie mit dem Teufel. Jedes menschliche Geschöpf aber konnte nur einem Geist untertan sein, nie konnten sich zwei oder gar sieben Geister in die Herrschaft über dasselbe teilen. Teufel waren hievon aber gänzlich ausgeschlossen.

Bei der allgemeinen Unwissenheit des großen Volkes betreffs der Geistergeseke konnte man es allerdings ruhig wagen, auch die Teufel als Beherrscher unglüdlicher menschlicher Geschöpfe aufzuführen.

Wie weit aber die Schriftgelehrten in ihren Täuschungen gegangen sind, sehen wir z. B., wenn wir die gesamte Genealogie der jüdischen Könige einer genauen eingehenden Betrachtung und Berechnung unterziehen.

Im Evangelium Mathäi I. und im 1., 2. und 3. Kapitel des ersten Buches der Chronica können wir diese genealogischen Aufzeich nungen genau kontrollieren. Sofort stoßen wir auf einen auffallend groben Fehler.

Im ersten Buch der Chronika, Nap. 3, Vers 11 und 12 finden wir die Reihenfolge der Könige Joram, Ahasja, Joas, Amarja, Asarja und Jotham richtig verzeichnet. Schlagen wir das Evangelium Matthäi I auf, so lesen wir auf einmal zwischen den Herrschern Joram und Jotham nur einen König Usia; die im Buch der Chronica aufgeführten Herrscher sind hier einfach unterschlagen. An wen sollen wir uns nun als glaubwürdig halten? Im Evangelium Mathäi, Kap. I, Vers 12, lesen wir folgende Einteilung der auf Christus Bezug haben sollenden Generationen. Von Abraham bis König David sollen 14 Generationen gelebt haben, von David bis zum Babylonischen Eril wiederum 14 Generationen, während diese gleiche Anzahl auch für die Zeit vom Eril bis Christi Geburt angenommen wird. Halten wir uns streng an die geschichtlichen Daten, so ist Abraham 1812 vor Christus geboren worden, David 1100 vor Christus, die Zwischenzeit beträgt also 712 Jahre; das Eril fällt auf das Jahr 686 vor Christus, es wird sich also hier wieder ein Zwischenraum von 414 Jahren herausrechnen lassen, während der lebte Zeitraum bis zu Christi Geburt 685 Jahre betragen würde. Berechnen wir die Lebenszeit der vier unterschlagenen Könige Ahasja, Joas, Amarja und Asarja mit einer Durchschnittszeit von zusammen 250 Jahren, deren Richtigkeit man doch nach menschlichen Begriffen und Berechnungen ungefähr annehmen kann, so kommt folgendes Schlußfacit bei unserem Rechenerempel heraus: die 14 Generationen, welche in der Zeit zwischen König David und dem Eril von Babylon lebten, würden nur ein Durchschnittsalter von je 291/2 Jahren zu verzeichnen gehabt haben. Sollte man dies wirklich für Ernst nehmen können!? Schieben wir aber die fehlenden vier Könige mit ihrer Lebensdauer auch noch hinein, so würden sich 18 Generationen in den kurzen Zeitraum von 414 Jahren teilen müssen.

Die Evangelisten sprechen in ihren Büchern von vier Frauen, deren Bekanntschaft wir aber merkwürdigerweise schon im alten Testament gemacht haben.

Im ersten Buch Mose, Kap. 38 finden wir die Tamar und ihre Geschichte. Die Rachab wird uns schon im Buch Josua, Kap. 2, bekannt, während wir die Rutl) aus ihrem eigenen Buch kennen ; Von Bathicheba aber der vierten berichtet uns schon Samuel inn 11. Kapitel des zweiten Buches. Die Schriftgelehrten des Neuen Testaments brauchten die Romantik, die sich um die Personen dieser vier Frauen gewoben hatte, deshalb nahmen sie dieselben mit in das Neue Testament hinein. Warum erwähnen aber die Verfasser nicht die Frauen sämtlicher Generationen? Wie klar die Unterschiebung dieser Frauen liegt, geht aus der Person der Rachab hervor. Josua erwähnt derselben 1350 vor Christus; wie allgemein bekannt, kommt der Rachab ein Lebensalter von 250 Jahren zu, während welchem Zeitraum sie aber auch Kinder zeugte, unter anderen auch Boas. Dies sind feststehende, unwiderlegbare Thatsachen. Wir erwähnen dies nur, um dadurch die Zweifel festzustellen, die sich betreffs der Aufzeichnungen des Neuen Testamentes einstellen müssen. Die ganze Generationenfolge ist nur fünstlich zusammengestellt und angegeben worden, um den Beweis zu liefern, daß Josef ein Abkomme Davids sei ; also auch der Messias, wie es die Propheten geweissagt hatten, von König David abstamme. Warum geschah dies, da doch klar und deutlich geschrieben steht, daß Jesus Christus überhaupt keinen leiblichen Vater hatte und nicht vom Hause David abstamme, daß er vom Heiligen Geist selbst gezeugt worden sei. Worauf stüßt sich nun aber der Beweis für die Abstammung des Jesus Christus vom Heiligen Geist? Einzig und allein auf einen Traum, den der Zimmermann Josef gehabt haben will und in welchem ihm verkündet worden sein soll, daß Maria soll von dem Heiligen Geist geschwängert worden sein. Was würde die heutige Welt mit ihrer praktischen Lebensanschauung wohl dazu sagen, wenn ihr plöblich eine derartige Verkündigung gemacht würde ??!!

Daß aber der Zimmermann Josef auf keinen Fall ein Abkomme

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des Königs David war, ist klar wie die Sonne. Alle Nachkommen des Königs David waren Könige, Prinzen, Fürsten und Patriarchen. Jesaja gibt im Kap. 3, Vers 14 und Rap. 5, Vers 8 hierüber bestimmte Auskunft; Graeß spricht in seinem 2. Bd., Seite 114 ebenfalls mit großer Bestimmtheit davon. Auch im Talmud finden wir auf die Thatsache hingewiesen, daß sämtliche Nachkommen des Königs David bis 500 nach Christus Exil-Fürsten und Patriarchen waren. Gänzlich ausgeschlossen ist es aber, daß sich unter diese bevorzugte Abstammung ein einfacher Zimmermann habe einschleichen können. Bei der großen Verehrung die das gesamte Judentum dem König David und seiner Nachfolgerschaft stets entgegengebracht hat, wäre es schlechterdings eine Undenkbarkeit gewesen, daß sich einer dieser Nachkommen in einer nur einigermaßen gedrückten Lage befunden hätte; die höchsten Ehrenstellen, Geld und Annehmlichkeiten in Hülle und Fülle wären ihm angetragen worden. Nie hätte er sein Leben als einfacher Handwerker fristen müssen.

Ueber die Person des Jesus Christus finden wir selbstverständlich mannigfache Widersprüche. So schreibt Johannis in seinem Evangelium Kap. 7, Vers 15:

Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift, so er sie doch nicht gelernet hat ?

Er behauptet also, daß Jesus als Anabe keineswegs Spuren von Gelehrsamkeit gezeigt habe.

Der Evangelist Lucas aber sagt im 47. Vers seines 2. Kapitels :

Und alle die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antworten.

Hier also wird wieder von der außerordentlichen Begabung des Knaben Jesus Christus gesprochen.

Ziehen wir aber die ganze Situation, wie sie in Punkto der Sicherheit des menschlichen Lebens zu Zeiten Christi bestand, in Betracht, so kommen wir auf Folgendes:

Herodes hat den Ruf eines der grausamsten Herrscher hinterlassen, tausende von Unterthanen ließ er, nur um seiner Laune zu fröhnen, töten. Der Kindermord von Bethlehem ist jedem Schulkind bekannt; und zu einem solch ausgesprochenen Wüterich, zu einem Menschen, dem nichts auf der Welt heilig war, dem ein Menschenleben gleich Null erschien, zu solch einem Tyrannen, dem es zur höchsten Lust gereichte, sich in Menschenblut zu wälzen, sollte Jesus Christus wirklich das Vertrauen gehabt haben, ohne Gefährdung seines Lebens, ohne wirklichen Schuß, seinen Einzug in Jerusalem halten zu können? Er sollte wirklich unbehelligt im Tempel seine aufsehenerregenden, auf einen gewissen Umsturz der bestehenden Religionsverhältnisse berechneten Predigten gehalten haben ?

Im Evangelium Matthäi, Kap. 26, finden wir im Vers 57 Folgendes:

Die aber Jesum gegriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten.

Nun hat aber dieser Kaiphas zu der fraglichen Zeit gar nicht existiert, wie längst erwiesen ist; zweitens aber - wieso wurde Christus vor den Hohenpriester zum Verhör, zur Verurteilung geschleppt? Schon damals bestanden regelrechte Gerichte, welche in regulären Verhandlungen ihr Urteil über Verbrechen und Vergehen abgaben, — wir werden später näher und eingehender auf die Prozeßführung zu Zeiten Jesus Christus zu sprechen kommen – die Hohenpriester hatten selbstverständlich absolut keine richterliche Gewalt in Händen. Wir stehen also auch hier wieder einem schriftstellerischen Rätsel, einer positiven Unwahrheit, oder doch wenigstens einer Verschleierung der damals bestehenden Rechtsverhältnisse gegenüber.

Noch einige kleine Beweise über die Unzuverlässigkeit des Neuen Testaments.

Matthäus läßt im 2. Kapitel seines Evangeliums durch die Weisen aus dem Morgenlande verkünden, daß Christus ein König sein würde über Juda u. 1. w. In Wahrheit ist aber Christus nie König gewesen oder geworden. Auch des Kindermordes in Bethlehem wird im Talmud mit keinem Worte erwähnt.

Josephus Flavius, Philo, Justinus, alle diese, sich stets als zuverlässig gebenden Schriftsteller sprechen mit großer Offenheit von all den Gräuelthaten, die auf Geheiß oder doch wenigstens zur Zeit des Königs Herodes verübt wurden, mit keiner Silbe aber erwähnen sie der Hinrichtung des Jesus Christus oder auch des Kindermordes zu Bethlehem. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht versäumen, auf eine recht originelle Ansicht des Eusebius hinzuweisen, welcher in seiner Kirchengeschichte schon damals von dem Bestehen von Bischöfen in Jerusalem spricht.

In zwangloser Form wollen wir noch auf einige Unwahrschein: lichkeiten aufmerksam machen, die sich in das Neue Testament eingeschlichen haben.

Zuerst müssen wir uns fragen: Warum hat Herodes den Johannes selbst töten lassen, ohne mit der Vollstreckung seines selbstherrscherischen Urteils Pontius Pilatus zu beauftragen?

Wenn Jesus Gottes Sohn war, wie konnte sich der Satan getrauen, ihm, also doch auch einen Gott, zu seinem gottlosen Gebahren verführen, bekehren zu wollen?

Recht eigentümlich zum Mindesten müssen wir Folgendes bezeichnen: Im ganzen israelitischen Reiche war nicht nur der Genuß von Schweinefleisch auf das allerstrengste verboten, sondern auch selbstverständlich das Halten und Züchten der Schweine. Außerdem verbot sich die Aufnahme dieser Tiere in den Haushalt der jüdischen Familien ganz von selbst; die Schweine wurden durch dieses religiöse Verbot zu vollkommen überflüßigen Geschöpfen degradiert, deren Halten und Pflegen dem Besißer nur Mühen und Kosten, aber nie Gewinn bringen konnte.

Was sollen wir nun nach dem oben Ungeführten, dessen Richtigkeit gar nicht in Zweifel zu ziehen ist, zu Matthäus sagen, welcher sich in seinem 8. Kapitel also vernehmen läßt:

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