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begieb bich hin m) in einen Winckel, wo du ungeftohret leben kanst, oder scheide fren aus diefer Welt, ohne Ents stellung, miteinfältigem, n) gelassenem , und ungezwung genem Herken ; voller gutes Muths, daß du wenigstens dieses gute Werck, in deinem Leben haft verrichten Kons nen, frölich und getrost, dich von hinnen zu begeben.

Wilt du aber diese Nahmen in der That benbehali fent, so wird es nothwendig seyn, daß du o) öffters an GOtt geder.ckeft, und wisseft, daß er nicht will, daß die Menschen ihm heucheln, fondern, daß sie ihm gleich werden sollen, und thun, was denen Menschen zukommt; wie der Feigen-Baum thut, was eines Feigen-Baumes, Der Sound, was eines SHundes, und die Biene, was der Bienen ift.

IX. p) Vielleicht wird ein Pollenceisfer, der Krieg, die Furche, die Faulheit, oder die Dienstbarkeit, alle dies fe heilige Lehren, in einem Tag aus deinem Gemüth vers

tilgen, m), In eineni Winckel. Dieser Rath ift mensd) licher als der

nachftfolgende i welder nach einer Stoisden Hårte fchwedti

die dem Geiste Christi zuwider ift. a) mit gelassenem Bergen. Es find garkstreftende Dingel und Worte Antoninus! sich mit gelassenen/ und ungejidur genen Herten, selbst ermorden! Veffters an GOtt geðendert. Die Vernunfft selbst er. Pennet/daß der edle Zustand der Seele/davon droben gedagt nicht ohne GOttes Gnade / zu erlangen sey. Vielleicht wird ein poffenreiffer C. So schwach und ohamåchtig find wir arme Menschen so lange wir mit SOIL/ nicht aufs genaufte vereiniget find. Hangen wir aber an ihm/ so werden wir durch seine Krafft fo fest 7 daß weder Tod noch Leben/ weder Engel noch Fürstenthum / noch Gewalt/weder Gegenwärtiges noc Jukánfftiges uns von seiner Liebe fcheiden Pan. KÖm. IIX,

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tilgen, welche du in langer Zeit, aus, Betrachtung der Natur, gesammlet hast?

9) Derowegen must du alles, solcher Gestalt ben trachten, und ausrichten, daß die Ausübung, mit der Bes trachtung, verbunden werde. Alsdenn wird aus solcher thätigen Erkäntniß, eine Zufriedenheit in dir entstehen, die zwar innig, aber doch unverholen ist. Da wirst du so dann dich deiner Einfalt freuen, wenn du mit Bescheis, Denheit, die Beschaffenheit aller Dinge, siehest, und weist, was ihr Wefen ist; wohin fie gehören; wie lange sie dau:

ren ; woraus sie zusammen geseket find; wem sie Fons 71 nen zu Theil werden ; und endlich, wer sie geben, oder s nehmen kan? De

X. Die Spinne erhebet fich, wenn sie eine Fliege gea fangen hat. Ein Mensch, wenn er einen Hafen erjaa get, ein ander,

so er einen Fisch ertappet, dieser, wenn Dit er ein wildes Schwein, oder Båren gefär pet, wenzi

wenn er etliche Sarmater, gefangen führet. r) Sind diese wohl besser als die Strassen-Räuber, so man ihre

Meynungen beherkiget? de

XEA g) Derowegen must du. Antoninus ertaante in vorigen EX

Capittel / die menschliche Schwachbeit. In diesemn aber be.
fielet er / die Seele in dem wohlertannten Guten/ theils durdy
offe wiederholte Betrachtung, theils durch öfftere Ausübung
des Suren/ ju järden; damit also die Gewohnheit/ das Sus
te zu unterlassen / durch die Gewohnbelt / das Oute zu thun,
überwältiget werde ; aus melder thåtigen Erkänntniß eine
gemiffe Zufriedenheit entstehet.
Sind diese wohl besser als die Straffen-R&nber?
Pielleicht jielet er auf die Worte / womit die Scythen/ den
Grossen Ilerander bewillkommeten: Du růhineft/daf;
du die Räuber zu verfolgen / koinmen fuyft/ der du
dod selbst ein Räuber aller derer Volder bift/die du
mit Krieg ábersogen baft ! Curtius 7 lib. vii. c. 8.

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XI. Gewohne dich fleißig zu betrachten, wie alles , eins in das andere verwandelt wird. Bemerce diese Veråne derung forgfältig, und übe dich stets in dergleichen Bes trachtungen. s) Nichts macht die Seele grösser, Denn wer bedencket, daß er in furßer Frist aus diesein Leben scheis Den, und alles verlaffen muß, der leget ab was fleischlich ist, und widmet alle feine Thaten, der Gerechtigkeit; feine Zufälle aber , stellet er in die Hände der allgemeinen Nas tur. Was übrigens, diefer oder jener von ihm sagt, oder gedencket, oder ihm zuwider thut, daß nimmt er nicht zu Herßen; sondern begnüget sich an diesen zwey Dingen, daß er thut", was recht ist, und init willigem Gemüth eri tråget, was ihm wiederfahret. Er feßer alle übrige Bes kümmerniß an die Seite , und begehret nichts anders, als

7 gerades Weges, nach den Geseken, einher zu gehen, und GOttes gerechte

Weise zu folgen.

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XII. Wozu foll der Argwohn, und das Mißtrauen? Stehet es doch in deinem Vermogen zu sehen, was man thun sol ? Siehest du es aber, so fefe es mit Gelindigkeit ins Werck, ohne weiter zu sehen. Sieheft du e8 nicht, fo laß die Vollziehung der Sache anstehen, biß du deine besten Bedienten zu Rath gezogen hast

. Kommt dir eine Hinderniß in den Weg, so richte dich nach der Gelegenheit, derer Umstånde ; doch so, daß du, was dir dündet, das Gerechteste zu seyn, weblesta

Sols biichts macht die Seele groffer. So muß denn die Christe liche Religion / die allervortrefflichste feyn/ weil sie diese Selbst-Verläugnung nicht allein zum Grunde legt, und mit Cbrifti Erempel bestårcket, sondern auch die Gnaden-Mittel offenbaret/ju diesem hohen Stand des Gemåt58/2u gelangene

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Lebens-Art

Solches ist das Beste, was du thun fanft

. t) Und wies wohl es angenehm schiene, sieh davon abhalten zu lassen; To handelt derjenige doch am schönsten, und anståndlichsten Der in allen Dingen, die Vernunfft folget.

XIII. u) Sobald du erwachest, fragedich, ob dir viel das ran gelegen fey, wann ein ander

thut was recht und gut ift? so wirst du finden, daß es dir nichts bathe,

XIV. Wenn du Leute reden hörest, die mit Hochmuth und Einbildung andere loben oder tadeln, fo vergiß nicht, ihre

zu untersuchen: bemühe dich zu entdecken, was fie machen, entweder ber Tisch, oder in ihren Zimmern. Dringe bis in ihre Absichten, zu erfahren, was sie vers langen, oder menden; welchen Dingen sie nachjagen was sie an sich bringen, stehlen , oder rauben; nicht fó wohl mit ihren Händen, oder Füssen, sondern x) mit dem alleredelsten Theil ihrer selbst, mit welchen sie ihnen, so sie wolten, Treue, Glauben, Ehrbarkeit, Warheit, Gerechtigkeit, und ein gut Gemüth, zuwege bringen Fonten,

XV. Ein bescheidener, und wohlerzogener Mensch fpricht zu der alles gebenden, und nehmenden Natur:

y) Gieb 2) Und wiewohl zc. Jd glaube / daß im Griechischen sin

Wortlein aus Achtlofigreit/ doppelt gefchrieben sen. Mar

Iasie das Esw Qus, so wird die Meynung deutlich seyn. u) Dis scheinet zu starck/ gegen die Misgunft ; und zu schwach

gur Beförderung des Guten. Enit dem alleredelsten Theil ihrer selbst. Er redet vor denen, die ein bofbafftiges Semüth / gegen ihren Nächsten hegen/ auch beg aller Gelegenheit/ seinen ebrlichen Namen tranden.

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Gieb mir, was du wilt; und nimm mir, was Du wilt

. Er laget aber dieses', nicht mit troßendent, fons bern mit einem gelaffenen, und gehorsamen Hergen.

XVI. Es ist noch ein weniges von deinem Leben urücke. Lebe Demnach 2) wie auf einem Berge. Denn es ist wenig daran gelegen, ob du hie, oder da bist, wenn du allenthalben in der Welt, als wie in einer Stadt, lebest. Auf dieser Höhe, werden die Menschen an dir einen wah, ren Menschen fehen, welcher der menschlichen Natur ges mäß lebet. Wollen sie das nicht vertragen? laß fie diği tódten! Es ist besser sterben, als leben, wie sie!

XVII. Es ist nicht langer Zeit, zu zancken, wie ein ehrlicher mann måste beschaffen feyn ? sondern in der That zu be weisen, daß man ein ehrlicher Mann fey !

XIIX. Gedencke öffters an die Ewigkeit, wie auch , an die ganke Natur ; und besinne dich, daß ein jedes besondes res Ding, gegen die ganze Natur, ist wie ein Feigens Korn ; imd gegen die Ewigkeit, a) als wenn sich eine Bohre umwelger.

XIX. Y) Con solcher Art war Biob/ da er sprach! Der Xerr hats

gegeben / der Err hats genommen/ der Zahme

des Erren Tey gebenedeyet! a) Wie auf einem Berge. Sit eben/was der liebe Heyland/

iu feinen Jüngern sagt: Die Stadt/auf einen Berg ges legen / kan nicht verborgen seyn. = 3 Lafet etier Licht leuchten für denen Leuten / daß fie eure gute Werđe sehen. <-- Und abermahl/ färdhtet euch nicht får denen / dieden Leib tödten; die Seele aber nicht

tödten mogen! . Als wenn sich eine Bobre umweltset. Den an der

Schnecken gleich , herum triechenden Windung einer Bohrer

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