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Diktator 396 358; vgl. HAACKH bei PAULY, R. E. VI 14.

(S. 0. S. 23, Anm. 1.)

6. Über L. Aemilius Mamercinus s. Klebs bei PAULY - Wissowa I 569 n. 94, der ihn von dem 363 = 391. 367 387. 371 383. 372 - 382 als Tribunen genannten L. Aemilius Mamercinus (n. 93) trennen will. Aber die Zahl VI ist auf dem Steine sicher, wird auch durch den Chronographen, der Publicola V et Mamertino VI hat geschützt. Also ist doch wohl Identität anzunehmen, und daraus zu folgern, dass die capitolinischen Fasten ihm noch ein Tribunat mehr gaben, als die Livianischen. Wenn Mommsen (Hermes V 275 = Röm. Forschungen II 228) den L. Aemilius unter den acht diodorischen Kriegstribunen des J. 374 als einen der Censoren dieses Jahres betrachten will, so wird dies nach dem oben auseinandergesetzten weniger probabel erscheinen. 7. Cn. Sergius .

Fiden(as) Coxo III. Das erste Tribunat dieses Mannes erwähnt Livius VI 5 z. J. 367 = 387 (Cótos epovidios

(Γάιος Σερουίλιος Diodor). Das zweite fehlt in den uns überlieferten Listen (könnte etwa bei 369 = 385 gestanden haben, wo Livius nur fünf Namen hat). Im Pränomen Cn. stimmt der Stein mit den Codd. N und A des Diodor, während der Patmensis (wie Livius) Tbios hat: es scheint (wie schon oben S. 23 bemerkt), dass in diesem Falle der Patmensis nicht die bessere Überlieferung hat. Die Cognomina Fidenas und Coxo waren bisher nicht bezeugt, für das letztere finde ich sonst überhaupt nur ein Beispiel (CIL. IX 5127, Interamna: P. Vibius P. I. Philotimus Coxso). 8. Ti. Papirius

Crassus. Der Vorname lautet bei Livius P., bei Diodor Titos. Sowohl Titus wie Tiberius sind in der gens Papiria ohne Beispiel, der Mann sonst unbekannt.

9. L. Papirius Mugillanus II. Kommt, wie bemerkt, zum ersten Mal hier vor; zu welchem Jahre die fasti Capitolini sein erstes Tribunat notierten, lässt sich nicht ermitteln.

Es ergiebt sich im allgemeinen, dass die systematische Interpolation der Magistratsliste, wie sie MOMMSEN a. a. 0. klar gelegt hat, in den fasti Capitolini noch weiter geführt war, als bei Livius. Der Redaktor derselben hat die „einfache Operation, den geduldigen Stammbäumen einige Horatier und Valerier mehr einzufügen und einer Anzahl bereits in den Fasten auftretender Personen noch ein oder das andere Tribunat mehr beizulegen“ mit noch grösserer Beharrlichkeit durchgeführt, als Livius, der, wie MOMMSEN mehrfach bemerkt, dem alten ächten Texte näher steht, als die Tafel (Röm. Forsch. I 66).

Die zwanzigtägige Diktatur des Cincinnatus (im Kriege gegen Praeneste) wird von Livius VI 28. 29 erzählt. Vgl. auch Festus p. 363 S. v. trientem; Eutrop. II 2.

Rechte Kolumne. Die zweite Hälfte der obersten Zeile, qui postea [C]audinus appell(atus) [est], hat Garri bezogen auf den zweiten

Censor des Jahres 422 a. u.= 332 v. Chr., Sp. Postumius Albinus: wogegen ich (Arch. Anz. 1900 S. 6) nicht hätte Widerspruch erheben sollen. Denn erstens stehen, wie MUNZER (b. Pauly-Wissowa IV, S. 1367 n. 186) bemerkt, wenn neben den ordentlichen und eponymen Jahresbeamten sowohl ausserordentliche Magistrate wie Censoren fungiert haben (so 336 = 418. 391 = 363. 442 = 312. 474 = 280), stets die Censoren an letzter Stelle; und zweitens giebt der Chronograph von 354 dem Postumius bei seinem Konsulat (420 = 334) den Beinamen Caudinus, der also doch wohl auf der Tafel gestanden haben muss. Allerdings ist es sonderbar, dass die Note über die Verleihung des Beinamens erst dem Jahre 423 beigesetzt gewesen sein soll, während der Beiname selbst schon 420 erschienen wäre.)

423 a. u. = 331 v. Chr. Das Konsulat giebt Livius VIII 18 an: M. Claudio Marcello, T. Valerio; Flaccum Potitumque varie in annalibus cognomen consulis invenio. Haacku (b. PaulY RE. VI 2334), dem MÜNZER (de gente Valeria S. 38 n. 10) folgt, glaubte die Differenz durch eine von Livius verschuldete Verwechselung des Konsuls mit dem Magister equitum desselben Jahres erklären zu sollen. Der Redactor der fasti Capitolini hat, wie wir jetzt sehen, vielmehr beide für identisch gehalten. Die Namen des Vaters und Grossvaters lernen wir hier zum ersten Mal kennen; der Grossvater könnte der Tribun von 374 (s. o.) sein, der Vater ist sonst nicht nachzuweisen. Auf die ziemlich einschneidenden Veränderungen einzugehen, die der von Münzer konstruierte Stammbaum der Valerier hierdurch erfährt, würde zu weit führen.

Der Name des dictator clavi figendi causa lautet bei Livius a. a. O. ('n. Quinctilius; die Chronographen seit Pighius haben ihm den Beinamen Varus gegeben wie erhellt, mit Unrecht. Der Mann ist sonst nicht bekannt, er könnte ein Sohn des T. Quinctius Capitolinus Crispinus dict. 393 = 361, cos. 400 = 354 etc. (CIL. I, p. 352) sein.

424 a. u. = 330 v. Chr. Die Namen des Vaters und Grossvaters des Konsuls Papirius kommen hier zum ersten Male vor: er kann demnach nicht (wie CIL. I°, p. 351, wenn auch mit dem Audruck des Zweifels, angenommen ist) identisch sein mit dem Censor des Jahres 436, welcher L. f. M. n. war. – Der zweite Konsul könnte, wie GATTI p. 21

Gatti . annimmt, Vater des gleichnamigen Konsuls von 436 sein; jedenfalls ist er zu unterscheiden von dem Censor des Jahres 442, qui in eo honore Venox appellatus est. Über die Ereignisse des Jahres s. Livius VIII 19.

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Es ist nun weiter zu erörtern, wie sich das neue Fragment zu den bisher bekannten Stücken der Marmorfasten stellt: wie wir sehen werden,

1) Man müsste denn annehmen, dass in den Cap. z. J. 420 der Konsul Postumius ohne Cognomen gestanden, und dass der Chronograph dasselbe aus seiner Quelle entnommen hätte. Über die seltenen analogen Fälle vgl. MomsEN, CIL. 12 p. 84f.

giebt es im Vergleich zu der neuesten Ausgabe im CIL. I? (1893) einige nicht unwesentliche Ergänzungen und Berichtigungen.

Im CIL. a. a. 0. ist angenommen, dass die consulum tabulae I et II auf der westlichen Aussenwand der Regia, aber, abweichend von den tatrilae III et IV auf der Südwand, nicht in einer architektonisch geschmückten Aedicula, sondern auf den glatten Quadern des Baues eingegraben gewesen seien. Diese Ansicht wird durch das neue Stück bestätigt, welches weder rechts noch links von der Schrift Spuren von einrahmenden Pilastern zeigt: am rechten Ende der Quader ist eine ca. 12 cm breite, leicht erhöhte Fläche mit Saumschlag erhalten, ganz ähnlich der an der rechten Seite von frg. V (345—356 a. u.), wo HENZEN mit Unrecht einen im 16. Jahrhundert abgearbeiteten Pilaster vermutet hatte (s. CIL. I, p. 8). Es ist nun an sich das Wahrscheinlichste, dass die Quaderteilung bei beiden tabulae die gleiche gewesen sei: und für die beiden untersten Quaderlagen bestätigen die erhaltenen Blöcke dies durchaus. Die unterste Lage hatte eine Höhe von 0,57, die zweite von unten eine Höhe von 0,55 m: aus den höheren waren bisher zu wenig Fragmente erhalten, als dass man die Teilung der Schichten auch nur hypothetisch hätte herstellen können. Nur soviel hatte ich CIL. I?, p. 9 vermutet, dass die Schriftfläche oberhalb der zweiten Quaderlage für beide Tafeln die gleiche Gesamthöhe, 1,05 m, gehabt habe.

Der neue Block ist nun einzufügen oberhalb des Fragments IX, welches in der ersten Spalte die Jahre 383–385, in der zweiten 433—435 enthält. An sich wäre es möglich anzunehmen, dass dies Fragment und der Rand des neuen Blockes unmittelbar zusammenstiessen: denn die durch Abmeisselung zerstörte Schriftfläche auf letzterem (53 cm) erscheint an sich nicht zu klein, um die chronologischen Noten für 375–382 resp. 425 — 432 aufzunehmen. Aber dann müssten wir annehmen, dass Fragment IX nicht nur unten, sondern auch oben vollständig sei; dies ergäbe eine Quaderlage von nur 16 cm Höhe - was allen Analogien bei diesem Bau widerspricht – und zugleich eine von der tabula prima gänzlich abweichende Quaderteilung. Denn von der dritten Lage (von unten) der tabula prima haben wir zwei Fragmente (n. I und IV), deren höchstes 41 cm über den Anfang der zweiten Lage hinaufgeht (s. CIL. II, p. 9 und tab. IV). Ich glaube nun, dass Fragment IV oben antiken Rand hat (mit absoluter Sicherheit lässt sich das freilich nicht konstatieren, solange der Stein in die Mauer eingelassen ist), und demnach die dritte Quaderlage eine Höhe von 0,41, die vierte (dem neuen Block der zweiten Tafel entsprechende) eine solche von 0,65 hatte. Dass die Höhe beider zusammengenommen nur einen ('entimeter differiert von derjenigen, die wir im (IL. 1° für den fehlenden oberen Teil der tabula prima berechnet hatten, darf wohl als eine Bestätigung unserer Hypothese angesehen werden.

Ohne Interesse ist das Fragment einer Basis mit der Titulatur des Hadrian, gefunden beim T. Divi Romuli (Gatti, Bull. comun. 1899, p. 57).

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(21) An der sacra via, gegenüber der Constantinsbasilica, ist das Fragment eines gerundeten Epistyls gefunden, welches den Rest einer einst mit Bronzebuchstaben ausgelegten Inschrift enthält (Not. d. scavi 1899, p. 223, Bull. com. 1899, p. 147):

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Die Ergänzung des Namens führt entweder auf Marc Aurel oder Antoninus Pius; ich halte mit Gatti a. a. 0. das letztere für das Wahrscheinlichere. Auf dem Friese des Gebälks, rechts oben neben der Inschrift, ist nun eine weibliche Figur in lebhafter Bewegung nach links sichtbar - dem Typus nach eine Mänade. Es ist mir wahrscheinlich, dass der Epistyl dem auf Münzen des Pius (COHEN 2, p. 396 n. 1187) dargestellten zierlichen runden Heiligtum des Bacchus angehört habe, dessen Lage an der heiligen Strasse durch Martials Verse (I, 70. 9 f.):

flecte vias hac, qua madıdi sunt tecta Lyaei

et Cybeles picto stat Corybante tholus bekannt ist. Die Inschrift wäre demnach zu ergänzen:

Libero patri Imp. Caesar An]toninus
Aug. pont. max. trib. pot. . .]imp. II
COS p. p. ::

.r]estituit Das Jahr muss, wegen imp. II, nach 140 fallen, ist aber nicht näher zu bestimmen.

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(22) Fragment einer grossen Marmortafel (m. 1, 27 X 0,83) gefunden, als Bedeckung eines mittelalterlichen Grabes, vor der Front von

.

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Diktatur von 430, wahrscheinlich mit der Note: hoc

anno dictator et magister equitum sine consulibus fuerunt
(MOMMSEN, Röm. Chron. 215)

3 Zeilen Diktatur von 432 (Liv. VIII, 38. 40)

2 Diktaturen von 332 (Liv. IX, 7).

5 Cognomen Venox dem Konsul v. 426/328

3

zusammen 25 Zeilen Der Überschuss von 20 Zeilen ist freilich recht gross, aber es ist auch zu bedenken, dass grade-in dieser Periode durch Angaben von Diktaturen und Suffektkonsulaten, durch Aufnahme von Noten über Beinamen und Geschichtsereignisse (z. B. Bellum Samniticum secundum) die Fasten erheblich ausführlicher gewesen sein können.

In der ersten Kolumne ist die Lücke zwischen der Diktatur von 374 und der Jahresnote von 383 um ein kleines geringer (80 cm), wir können etwa auf 42 Zeilen rechnen. Zur Ausfüllung haben wir aber nur

vier Militärtribunate 375-378 (einmal acht, einmal
sechs, zweimal vier).

9 Zeilen Diktatur von 374 noch

1
Censuren von 374, wegen Tod des einen, Abdikation

des anderen Censors und Suffectionen (Liv. VI, 127)
mindestens.

4
Censur von 376 (Liv. VI, 31)

1 Censur von 377 oder 378? (DE Boor, fasti cens. p. 6) 1

zusammen 16 Zeilen Die Lücke, noch grösser als in der zweiten Kolumne, zeigt, dass wir in der zweiten Auflage von Band I HENZENS und DETLEFSENS Annahme, die Jahre der Anarchie seien auf der Tafel mit mindestens zehn Zeilen verzeichnet gewesen, mit Unrecht verworfen haben. Es scheint sogar, dass die solitudo magistratuum noch erheblich mehr Platz eingenommen hat, indem zu jedem einzelnen Jahre historische Notizen gegeben waren. Nur von den letzten dieser Notizen ist ein kleiner Teil erhalten (. . . ACTUS EST | .... T. DEDICAVIT), darüber etwa zwei Zeilen frei. Nehmen wir an, dass jedes der fünf Anarchiejahre in entsprechender Weise behandelt war, so nehmen diese fünf Jahre nicht weniger als zwanzig Zeilen ein, und die Lücke wird nahezu ausgefüllt.

Wenn solche Noten in den fasti Capitolini zu jedem einzelnen Jahre vorhanden gewesen sind, erklären sich, wie mir scheint, auch die rätselhaften fünf Kollegien, welche der Chronograph von 354 zwischen den Tribunaten von 378 und 384 einschiebt. Sie lauten:

379 a. u. 375 v. C. Baccho solo 380 375 Papirio et Vivio 381 373 Sacrabiense et Cellemontano

.

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