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der

deutschen Nationalliteratur

ober

biographisch · kritisches
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G.

Georg

Von sa a 1 ward am 21. April 1783 in Preßburg geboren, erhielt Sie aßen und tranfen den ganzen Tag, und auch in fp&eine gelehrte Bildung und studirte Philosophie und Juris: ter Nacht durften die vollen Krüge nicht fehlen. Je mehe fie

tranken, desto fröhlicher waren sie, und destu lebhafter ward prudenz zu Erlau, Preßburg, Pesth und Wien. Nach

auch ihr Verlangen, sich immer noch mehr zu erheitern und zu vollendeter akademischer Laufbahn trat er in die Dienste erlustigen. Bei dieser frohen Stimmung machte einer der Ges des Fürsten Esterhazy in Eisenstadt, und wurde 1811 fellen den Vorschlag ein Spiel zu beginnen, und alle andern dessen Bibliothekar in Wien, wo er sich noch befindet.

gaben ihm sogleich ihren Beifall zu erkennen. Indem sie dem

Mista wader zutranfen, wurden die Karten vertheilt, und Er gab heraus:

das Glück schien alsobald sich so günstig auf feine Seite zu Erstlinge. Dresden, 1812.

neigen, daß er schon in Kurzem die ganze Zeche feiner SchmauDie nordischen Gäste. Gedicht in 12 Gesängen. Wien, frgäste gewonnen zu haben wähnte. über dieses Glück war 1819.

eitle Täuschung. Die lustigen Kumpane verloren Anfangs nur I hearer der Magyaren. Brünn, 1820.

in der ansicht, Misfa's Špieleifer immer mehr und mehr zu Polymnia. 4 Thie. Brünn, 1821.

b.feuern. Plößlich aber wandte sich das Blatt; sein Gewinnst M ã hr chen der Magyaren. Wien, 1822.

nahm zusehends ab: je mehr er wagte, desto mehr er auch ver: Gedichtr. 2 2. Berbst, 1825.

lor; bald hatte er seinen legten Seller verspielt, und fomit auch Spr û chwörterbuch in sechs Sprachen. Wien, alle porfnung,, ie wieder zu seinem Gelde zu getangen. Die1830.

ser (Sidante fuhr ihm wie ein Blisstrahl durch die Seele; es Einzelne Gedichte u. 1. w. in dimanachen, Zeits kam zu Zünfercien, endlich zu Schlägereien, und Mista ward schriften u. 1. w. u. T. w.

so derb durchgeprügelt, daß er voll Striemen und blauer Flet:

fen unter dem Tilhe liegen blieb, während die Undern froh Ein vorzügliches Talent, mit lebhafter Einbildungskraft, mit ihrem Sewinnste ron dannen eilten. Scharfsinn und Wärme ausgestattet, das besonders glück:

Des Morgens fam der Wirth und forderte die Beche. lich in der poetischen Erzählung sich versuchte, und außer: Mista, dem nichts ali sein Pferd und sein Säbel geblieben dem die deutsche Literatur mit vortrefflichen Uebertragun- gleich schwer auf den Beinen stand, seinen Weg zu Fuße an

war, sah sich genöthigt, Ersteres im Stich zu lassen, und ob er gen aus dem Ungarischen bereicherte.

zutreten.

Seine schm&hliche Lage erlaubte ihm nicht, vor seinen Brüdern zu erscheinen; er beschluß daher, auf gut Glüc in die

weite Welt zu gehen, und sich blindlings dem Zufall zu über: Das wunderbare Tabakspfeifchen.

lassen.

Nachdem er, mühseligen Schrittes, eine lange Strede ge: Miska, der Jüngste von drei Söhnen eines armen land- wandert war, gelangte er bet finstrer Nacht in einen tiefen manns, hatte eine Zigeunerin jur Pathe, welche ihm noch in Wald, wo nichts als Tchauriges Rauschen der Bäume und Ge: den Windeln prophezeihte, er werde duroh sein Shidsal einst heul der Eulen seinen Ohren entgegenfreischte. Da ihn ein in tiefe Noth und Schande gerathen, aber auch wieder zu den gewaltiger Hunger plagte, tappte er neben und über sich im höchsten Ehren gelangen, die je ein Mensch zu erreichen fähig Finstern hin, um einiges Baldobst zu erhaschen; aber leeres wäre. Seine Zeltern starben, noch ehe er das Jünglinge Caub und trocne Zweige waren Alles was er griff, und er alter erreicht hatte, und bald nach ihnen ging auch seine Pathe gerieth dabei eintge Male lo tief ins Dorngesträuch, daß er fich zur ewigen Rube hin. In Kummer und Elend wuchsen nun Hände und Füße blutig rißte und sich genöthigt fand, unbe: die drei Waisen heran, und wußten endlich, da sie nichts rech- weglich auf einem Flede stehen zu bleiben. tes gelernt hatten, fich nicht besser zu helfen, als daß fie übers Indem er in dieser fümmerlichen Rage ganz trostlos ins cin tamen, ihr Glúd bei dem beere zu suchen.

Dunkel der Wildniß hineinblidte, ersah er plößlich den matten Da eben Krieg war, lo fand ihr Entschluß kein Hinder: Flimmer eines Lichtes in der Ferne, Diese Erscheinung war nik. Sie erhielten Bandgeld, und wurden, wie sie es fich gleich ihm willkommen. So schwer er fich auch aus dem Didicht bei ihrem Urtrage ausbedungen, alle Drei einem Gauptmanne heraus arbeitete, fo rang er doch zugleich mit aller Kraft nach übergeben, der fie auch sämmtlich einem Zuge einverleibte. der Gegend hin, wo das Licht fich zeigte, und gelangte auch Das Glück schien sie in diesem Stande allerdings zu begünsti: glüdlich, obgleich nicht ohne große Mühe, in dessen Nähe. gen, denn sie thaten Wunder von Japferkeit, und erwarben Dort angelangt, befand er sich vor einer niedern, schmugi: fit in Kurjem die Uuszeichnung, daß man fie allgemein die gen Hütte, aus der ihm ein über alle Maßen häßliches alies ère beldenbrüder nannte.

Weib voll Ingrimm, mit einem Lichte in der pand, entgegen 218 aber der Krieg zu Ende war, zogen fie mit ihrem trat. Shre Haare waren eisgrau, und standen ihr wie Bor: Heere wieder heim, und genossen, auf ihren forbern ruhend, ften zu Berge, und ihr Mund, der ihm eine vielfach unterbro: die Früchte ihrer Thaten; Jeder derselben hatte so viel Geld er: chene Doppelreihe grüner Zähne enthüüte, war so groß, daß er beutet, daß er davon geraume Zeit behaglich hätte leben tönnen. ohne Mühe ein Milchschweinchen mit saut und Saar hätte

Aber Misfa, der an thatenloser Ruhe kein Gefallen fand, deherbergen können. Ihr Gesicht aber, das so voll tiefer Runberthlof, das Deer und seine Brüder zu verlafsen, und auf ans zeln und Falten war, daß es mehr einem Wespenneste, als dern Begen sein Glück zu suchen. Da man mit Zuversicht ei: einem Menschenantlig ähnlich schien, schnob Zorn und Rache, nem dauerhaften Frieden entgegen sah, erhielt er ohne Anstand die ihn schon beim ersten Anblid zu vernichten drohten. Ste seinen Abschied. Er faufte sich ein Pferd und einen Säbel, sagte fuhr ihn also an : seinen Brüdern lebewohl, und ritt gerade nach der nächsten Stadt, wo er vorher auf seinem Rüdzuge gar manche Freude

Was such'st bei Nacht und raus genossen hatte.

Du Unglüdssohn vor meiner Hütte? 21s er daselbst in einem Gasthofe anfam, ließ er sich gleich

Entfleuch, entfleud) mit schnellem Schritte, die besten Beine und Speisen aufregen, und bald gesellten sich

Sonst reiß' ich dir bein Herz heraus! mehrere lustige Brüder zu ihm, denn Miska war freigebig Dieser unholde Empfang erschredte unsern Wanderer nicht und ein Freund heiterer Gesellschaft.

wenig; aber fowohl fein beftiger Qunger, als auch der Gedanke, Encod. d. deutsc. National - Lit. IIL

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daß er nichts mehr zu verlieren hätte, und dies häßliche Unges blid dieser prachtvollen Umgebung, vielleicht aber auch das Ges thüm mit seinem Sável doch noch firre machen könnte, ließen schnarche des Königs, Teste den Fremdling in Berlegenheit. ihn bald Muth fassen, um der alten mit gleichem Iroße zu Er starrte eine Weile vor sich hin, ohne zu wissen, was er begegnen; er zog vom Leder und sagte:

zuerst verrichten sollte. Dem Schläfer mit seinem Säbel den
Ich bin ein Fremdling, bin verirrt,

Kupf abzuschlagen, schien ihm gleich bei seinem Eintritt das
Und alles Gelds und Guts beraubt;

Ersprießlichste; aber da erwog er auch bald, daß es weit schwes ,
Bin matt ron langer, fohwerer Reise,

rer sei, einen König zu töpfen, als einen þann; deßhalb be:
Und suche Obdach, Trant und Speise.

fann er sich schnell wieder eines Bessern ; er leerte feine Ia: Bersagst du, bere, miris, ro klirrt

fchen nochmals aus, und füllte sie wllauf mit Solde. So Mein Söbel dir sogleid, um's Saurt.

bald er aber dies vollbracht, nahm er die drei Stücke vom Ii

sche, und begab fich über die Treppe hinauf, wo ihn bereits die Einer so bündigen Untwort hatte die Alte sich keineswegs. Utte mit gespannter Sehnsucht erwartete. Schon an der versehen ; daher ließ sie auch alsobald sanftere Töne vernehmen. Schwelle stredte sie ihm ihre dürren Arme begierig entgegen, „Nu, nu,“ sagte sie, lo schlimm wirst du es doch nicht meis um ihm jene drei Dinge abzunehmen. Miska aber schloß nen; fomm denn, und folge mir. Was ich habe, sei dir ge die Falthüre ganz gelassen hinter sich, und that, als wäre er boten, denn ohne Zweifel bist du derselbe, auf dessen Ankunft nie Willens gewesen, ihr Begehr zu erfüllen. Da sie jedoch ich schon dreihundert Jahre warte.Während sie diese hierüber so böse ward, daß sie ihm drohte, durch ihr Geschrei Worte sprach, sah fie mit offenbarem Wohlgefallen auf seinen den ehernen Schläfer weden zu wollen, und wirklich sich schon Sábel, nahm ihn am urm, und führte ihn ins Innere ihrer büdte, um nach dem unterirdischen Gewölbe hinab zu rufen, yütte.

versah dieser sich sogleich seines Uugenblics, und hieb ihr mit Diese Alte war das Weib eines ehernen Könige, der sie eben so raschem als träftigem Streiche den Kopf ab. einst, wegen begangener Untreue, verdammt hatte, in der häß

Die Utte blieb dahingestredt in der Nähe des Şügels lies lichsten Gestalt und voll des bittersten Lebensüberdrusies, in der gen, M is fa aber eilte mit seiner reichen Beute um so frohet schlechten þütte zu leben, bis ein Fremdling, zum Danke für aus dem Walde, ats ihm durch die erste Dämmerung des Tas eine empfangene Wohlthat, ihr den Kopf abhauen würde. Der ges seine Umgebung schon deutlich genug wurde, um einen Anblid unsers Fremdlings schien ihr die Nähe ihrer Erlösung Žlusweg zu finden, der ihn auf die offene Straße zuführte. zu verkünden; da sie derselben schon so lange entgegen schmach tete, fand sie sich auch leicht geneigt, ihm alles aufs Birth: ein Zigeuner auf einem herrlichen Pferde. Die goldne fast in

Nachdem er einige Stunden gegangen war, begegnete ihm lichste zu reichen, was er begehrte. Sie fegte ihm ein gebra: seinen Saschen hatte thm sein Furttummen immer mehr er: tenes Schwein, einen laib Brot, welchen faum ein Debreziner Backofen gefaßt haben würde, und einen ungeheuren Krug des schwert; deßhalb fragte er den braunen Ritter sogleich, ob ihm trefflichsten Weines vor.

das schöne Pferd nicht feil wäre. Jenem war diese Begegs Mista ließ sich udes wohl schmecken, besonders mundete nung eben so willkommen, da er das Thier erst kürzlich in der ihm der Wein so sehr, daß er bald einen zweiten Krug ver

Stadt gestohlen hatte,, und eben Willens war, dasselbe nach langte. So behaglich auch die Alte bisher die wadere Ggs und einem nahen Fleden zu Markte zu führen. Beide kamen leicht Trinkluft ihres Gastes bemerkt hatte

, so ängstlich ward fie doch lich überein; Mi6 fa gab dem Zigeuner zwanzig Goldftude, über dessen Forderung. Sie befchwor ihn feierlich, ia 'teinen feste sich auf den Gaul, und ritt vergnügt nach der Stadt, Tropfen mehr zu trinken, bevor er nicht Eins doubracht hätte, deren Dächer ihm gar begehrlich entgegen winkten. das ihn und sie zugleich auf immer glüdlich machen würde. Wollte er sich je gütlich' thun, so war es diesmal um so

Glücklich? dachte Miska bei fich, und zwar auf ime natürlicher, da er noch nie so viel Uebel erlitten, wie seit wes mer? ei, das wäre wohl der Mühe werth, meinen Durst nig Tagen, und auch nie so viel Geld in der Tasche hatte, wie auf furze Zeit zu bekämpfen. - Die Alte drang um so nach: jeßo. Er fehrte in dem schönsten Gasthof der Stadt cin', bez drůdlicher in ihn, da eben jene Stunde ihr die einzig günstige fahl sein Pferd aufs Beste zu versorgen, und ließ sich eins der schien, ihre Rettung zu beschleunigen.

chönsten Zimmer öffnen. Indem sie ihm versicherte, es werde nach einer Stunde Der Schweinebraten, womit ihn jene alte bewirthet hatte, ihm mehr Wein zu Gebote ftehen, als er je getrunken, führte war nun schon längst verdaut, und þunger und Durst regten fie ihn an einen unweit ihrer þütte gelegenen Hügel, öffnete sich von Neuem. Der Wirth führte ihn in den Speisesaal, wo eine kleine Falthüre, die den Eingang ins Innere desselben er 2des aufs Glänzendste bestellt, und eine Menge ansehnlicher verschloß, und bat ihren Gast, getrost eine Treppe in diese un- Gäste an der Tafel fand. Er segte sich und schmauste so beterirdische Wohnung hinab zu steigen, und ihr aus dem dritten haglich, daß aller Augen, besonders jene des Birthes, mit unGemach, das er da finden würde, ein Stüc Kerze, einen Tas gemeiner Aufmertsamkeit auf ihm ruhten, da er nur die föst: baksbeutel und ein Iabafspfeifchen herauf zu holen. Sie ers lichsten Speisen forderte, und manche derselben sich zwei und mahnte ihn aber zugleich, ja nicht über eine Stunde zu vera dreimal reichen ließ. Ében fu wader leerte er eine Flasche weilen, da sonst ihr eherner Gemahl, der in jener Tiefe hauste, Beins nach der andern, und that im Ganzen so vornehm, als und nun eben des Schlafes pflegte, ihn ohne Gnade ermorden wäre er in der Absicht gefommen, die Zeche aller seiner Tischwürde. Schon war es spät nach Mitternacht, und da der för genossen zu bezahlen. So vornehm ihm auch diese Gesellen nigliche Schläfer täglich auf den ersten Ruf eines chernen pahns, Unfangs geschienen hatten, so zutraulich fand er fie in Kurs welcher auf dem Hügel faß, erwachte, so fürchtete sie, durch zem. Dugemach rückte Einer nach dem Undern näher zu ihm den verhaften Wächter noch viel zu frühe verrathen zu werden. heran, lobte bald die Farbe des Weins, bald den schmachaften

Mis ka fam ihrer Besorgniß Tugleich dadurch entgegen, Geruch der Speisen, die er genoß, und ehe man sichs versah, daß er seinen Säbel schwang, und dem ehernen Hahne den waren ein Dußend Flaschen des töstlichsten und theuersten Res Kopf wegpußte. Nun aber trat er, ihrer Weisung gemäß, un bensaftes auf M is fa's Wohl und Rechnung ausgeleert. Auf verzüglich den geheimnifvullen Weg an, und begab sich hinab einmal glänzte Frohsinn und muntere Laune aus Uller Augen ; in jene unterirdischen Gemächer, deren Eingang er um so leich- man lang und tranf, und ward dadurch noch immer heiterer, ter"fand, da ihm aus jedem derselben eine lampe entgegen und alles drängte fich voll Jubel um den liberalen Gast, der leuchtete, die alle Gegenstände um ihn her mit zauberhaftem mit wahrer Glorie als König des Festes sich diese øuldigung Licht erhelte.

gefallen ließ. Bald befand er fich in einem prächtigen Gewölbe, wo una Bald aber: regte sich auch hier eben so lebhaft, wie vor: geheure Saufen Kupfermünze, so blanf, als wären fie erst ges mals im Kreise anderer Schmausegesellen unsers Abenteurers, prägt worden, um ihn her lagen. Mista faßte davon so der Spielgeist wieder, und bot demselben Gelegenheit, fich die viel in seine Saschen, als er zu tragen vermochte, und begab viel zu schwere Bürde seines Goldes zu erleichtern. Das Spiel fich fodann in ein zweites Gewölbe, das an Prachi seiner Ein: begann, und endete eben so wie vormals; nur machte diesmal richtung das erste bei Weitem übertraf. Wie erstaunte er, als der Umstand einigen Unterschied, daß Mista tausendmal mehr er hier eben so viel Silbermünze sah, wie er zuvor des Kupfer: Geld verlor, als neulich, und nun nicht unter dem Tische lie: geldes gefunden hatte. Schnell leerte er seine Iaschen, und gen blieb, sondern durch den Wirth selbst, so ehrerbietig auch fúūte fie mit diesem viel edleren Gelde an. Nun trat er aber dieser ihn anfangs behandelt hatte, zum þausthore hinaus ges in das dritte und lebte Gewölbe, dessen Schimmer ihn beinahe prügelt, bald nachher aber von baschern ergriffen, und als Dieb, ganz verblendete. Rings um ihn her lag ein þaufe Guldes der das Pferd, so er dem Wirthe für die Zeche zurüd ließ, aus an dem andern, und sogar die Wände und die Meublen schies dem Stalle eines Grafen gestohlen hätte, festgelegt wurde. nen ihm aus diesem Metalle zu bestehen. In einer Ede' des In dieser mißlichen Lage wußte Mista fich weder zu ras Gemaché ruhte der eherne König in hoher Majestät auf einem then noch zu helfen. Er schwor und betheuerie, das Pferd von goldenen Bette, und schnarchte gewaltig. Neben ihm stand ein einem Zigeuner gekauft, und weder jenen Grafen, noch dessen goldner Tisch, auf demselben aber lagen die drei Dinge, welche Stal jemals gesehen zu haben. Aber dies alles half nichts; die haßliche Ulte von Misfa verlangt hatte, nämlich ein Stück er saß drei Tage und drei Nächte in einem finstern Loche, und Kerje, ein Tabaksbeutel und ein Babafspfeifchen. Der Uns hatte keine andere Nahrung als Brot und Wasser, welches ihm

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nur einmal des Tage, und obendrein sehr färglich, gereicht malte sich ihr Bild, so gut er fonnte; im Geiste aus, und wurde.

reihte an dasselbe zugleich eine Menge Folgen, die er taum zu Dbschon er vor Kummer und Betrübniß immer matter übersehen dermochte. „Ei“, sagte er einst zu sich selbst, „wenn ward, und auch durch Schlaf sich nicht zu erholen vermochte, da mir meine Kerze auch aus dieser Noth helfen fönnte, wie herr: diefer durchaus nicht über seine Uugen kommen wollte; so sehnte lich wäre das!" Schnell zündete er sie an, und alsobald stand er sich doch gar sehr nach licht, und bat den Wächter seines der eherne Mann ehrerbietig vor seinen Augen. Gefängnisses, thm folches zu geben. Aber vergebens. Endlich ,,Könntest du wohl,“ begann Mis fa, , auch mein Herz fiel ihm das Stück Kerze ein, welches er aus den unterirdischen so gut versorgen, wie du meine andern Bedürfnisse bisher beGemächern geholt, und immer noch in der Tasche hatte. Er friedigt haft? Siehe, ich sehne mich nach Liebe, und dies jog Stahl, Feuerstein , Zunder hervor, welche er als Tabat: mein Berlangen ist viel dringender, als es je. meine Geldnuth sihmaucher stets bei sich trug, schlug fich Feuer, und drehte den werden kann. Kannst du mir verhilflich sein, unbeschadet die glimmenden Schwamm in einer pand voll Stroh, das er aus so hoch gepriesene Königstochter zu umarmen, fo will ich dieseinem Lager genommen, so lange im Kreise herum, biß dieses sen Dienst dir weit höher anrechnen, als alle, die du mir biss zu brennen anfing, und er seine Kerze anzünden konnte. her geleistet."

Uber welch ein Staunen ergriff ihn, als er in dem Augens Der eherne Mann bejahte Mi 6 a's Frage in aller Dr blid, da die Flamme den Docht ergriff, den ehernen König, den muth, indem er sagte, er wolle ihm die nächste Nacht die schöne er in dem unterirdischen Gewölbe schlafend gefunden hatte, vor Prinzessin in die Urme führen, nur habe er weder bei Tage, sich erblidte. Demüthig beugte dieser fein Haupt vor M is ta, und noch sonst, wenn sie nicht schliefe, Gewalt über sie; Mis fa sprach: „Durch die Entwendung meiner drei Zauberschäge, der wolle daher um Mitternacht getrost seine Kerze anzünden, und Kerje, des Tabafóbeutels und des Pfeifchens, welche du nun be: der Erfüllung seines Wunsches gewärtig sein. Dieser war fişelt, aller meiner Herrlichkeit beraubt, stehe ich nun als ein außer sich vor Freude, und von nun an wuchs feine Begierde dienstbarer Geist vor dir, und erwarte deine Befehle." und Ungeduld immer mehr und mehr, so daß er die Stunde

Mis fa, welchen diese Erscheinung viel zu sebe überraschte, seines Glücká faum erwarten zu können glaubte. als daß er gleich zu Besinnung hätte kommen können, starrte eine Endlich erscholl des Wächters Ruf vom Thurme der Kögute Weile vor fich hin, bevor er im Stande war, ein Wort her: nigsburg, und Miska eilte über Hals und Kopf, seine Wunpor ju bringen. Endlich aber, nachdem ihm der Kobold erflärt derferze anzuzűnden. Sogleich öffnete sich die Thür seines Ge: hatte, daß er, durch die Zaubermacht der Kerze hierher gebannt, macho ganz leise, und der Eherne brachte das schönste und ihm nun und jedesmal, wenn er dieselbe anzünden würde, in liebenswürdigste Mädchen, das je der Mond beschienen, in tieallen Dingen, die er von ihm verlangen wođe, behilflich sein fem Schlafe ruhend, auf den ærmen. Nachdem er die Prinmúsie, faßte er sich dennoch, und that Bescheid auf den To gün- zessin sanft auf ein Ruhebett niedergelegt hatte, ermahnte er frigen Antrag. Er schilderte dem ehernen Gaste seine Lage und seinen Gebieter, das Kerzenlicht nicht über zwei Stunden bren: forderte alsobald einen Sac Goldes, ein schönes Pferd, und siche: nen zu lassen, weil er die Schöne sodann wieder zurück in ihr res Geleit aus seinem verhaften Gefängnisse. Der Kobold der: Schlafgemach bringen müsse, und nicht über diese Frist verIrrach alles dieses mit ehrerbietiger Berbeugung und verschwand. weilen dürfe. In wenig Minuten befand Midfa sich wirklich vor den Thoren Miska stand wie versteinert vor Verwunderung über den der Stadt auf einem herrlichen Rappen, über dessen Rüden ein Husbund aller nur erdentlichen Schönheit, der das ganze Wes ungeheurer Sack Goldes befestigt war. Froh segnete er nun sein sen der Schlafenden bezeichnete, und es währte lange, bis er Glúd, verwünschte die böse Stadt, wo ihm so großes Unheil sich von der Wahrheit dieser Erscheinung überzeugte. Entzüđt widerfahren war, und machte sich getrust auf den Weg, um in stürzte er der Prinzessin zu Füßen und glaubte gleich bei dem eine Gegend zu gelangen, wo er sein Geld wenigstens mit heiler ersten Kuß, den er auf den Saum ihres Nachtkleides drückte, þaut derzehren fönnte.

in Wonne hinzuschmelzen. Sie erwachte wie aus tiefer Betäus Nachdem er mehrere Tage geritten, und fich unterweges bung und erstaunte nicht allein über ihre Umgebung, sondern weidliit gerflegt hatte, kam er in ein land, welches ihm bis weit mehr über die Gestalt ihres Anbeters, denn dieser war, nun nur dem Namen nach befannt war.

vermuthlich durch die gauberhafte Einwirkung des Kobolds, ihr bier herrschte ein sehr geißiger und grausamer König, wel: erst vor wenig Stunden im Traume erschienen, und hatte einen cher aber eine überaus schöne Tochter hatte, um deren vand sich so tiefen und vielvermögenden Eindruck in ihrem Herzen zurück bereits eine Menge Prinzen fruchtlos beworben. Denn da feiner gelassen, wie ihn nur die hefrigste Gluth der ersten Liebe irgend derselben so reich und möchtig war, wie es der Vater der Schö- zu bewirken fähig wäre. Schüchtern und schweigend sahen sich nen gewünscht hätte, so mußten sie alle leer abziehen, und durf: Beide an, und nur ihre Herzen sprachen mit einander; aber mit ten sich nie wieder mit ähnlichen Gesuchen bei bufe blicken lassen. einem Mál rötheten sich die Wangen der Prinzesfin, sanfte Gluth

Der Gasthof, wo Mis fa einsprach, befand sich in der Nähe strahlte aus ihren himmelblauen Augen, und allgemach, wie eine der Königsburg und war der gröfte und glänzendste, den er je ge- Ruse auf die Berührung eines liebevollen Zaubers fichtbar ihren sehen hatte. Unser Glücksritter forderte fürstliche Bewirthung, Kelch erschließt, gaben ihm Blid und Lippen zu verstehen, daß und ließ sich eine prachtvolle Wohnung einräumen. Bald wim- er das Urbild ihrer Liebe sei. melfen seine Vorzimmeć von reichverbrämten leibhusaren , Kut- Misfa glaubte bei diesem Geständniß in Entzüdung zu (itern und Reitenechten, und in seinem Stalle wieherten die zerfließen, aber kaum wagte er seiner Empfindung Uusdruck zu herrlichsten Pferde, die man nur wünschen könnte. Das saftigste geben, so stand der eherne Mann schon wieder an der Thüre, um Gulpabfleisch, die föstlichsten Spedtlöße mit Sauerkraut und die Schöne in ihr Schlafgemach zurück zu bringen, denn die zwei jarten Schweinsschwärtchen wurden ihm, seinem Befehle zu: Stunden waren bereits vorüber, obgleich Miska erst so viele folge, täglich in silbernen Geschirren zum Frühstück aufgeseit, Sekunden verträumt zu haben wähnte. Der Kobold berührte und auch seiner Dienerschaft durfte nichts fehlen, was sie be thre Stirne sanft mit seinem Zeigefinger, worauf sie sogleich wies durfte.

der einschlief, nahm sie ganz lachte auf seine Urme, und vers Schon die ersten Tage nach seiner Ankunft schmolz all sein schwand, ehe M is fa fich Zeit genommen hatte, Abschied von ihr Gold dahin, denn er hatte nicht nur beträchtliche Unfäufe an zu nehmen. Kleidern, Wagen, Pferden und allerlei Kustbarkeiten gemacht, Der Ueberglüdliche löschte nun sein Licht aus, und warf fich fondern auch jeden Tag für hundert und mehrere Gäste offene in seliger Irunkenheit auf sein lager hin, um die Folge feines Tafel gegeben, und dieselben auf eine wahrhaft fönigliche Weise Glüdes im Iraume fortzugenießen. und wirklich gelang ihm bewirthet. Da mußte dann die Zauberferze bald wieder herhals dieses nicht nur im Schlafe, sondern auch Tags darauf fo gang, ten, und der eherne Kobold seine Künste ins Werf seßen. Dieser daß er auch bei offenen Augen nichts als ihre Stimme zu hören, fehlle nie , sobald das Licht brannte, und legte jedesmal einen ihr Untliß zu sehen, und am Strahle ihres holden Blides dahin Ead Coldes zu seines Gebieters Füßen, welcher mit jedem Tage zu schmelzen wähnte, herrlicher lebte, und legtern beinah jede Woche ein Paar Mal 216 die zwölfte Stunde der zweiten Nacht gekommen war, citirte.

zűndete er seine Kerze wieder an, und sogleich erschien der Ros Einft, nachdem er des Gastirens und Banketirens allges bold mit der schönen Schläferin wie Nachts vorher. Beide Lies mach fatt geworden war, fühlte er eine gewisse leere in seinem benden umsing auch nun das füßefte Glüd mit seinen Wonnen, Sebensfreise, die ihn von Tag zu Lage immer fälter und gleiche und ließ fie den allzuraschen Vorüberflug der Stunden nicht giltiger gegen all seine bisherigen Belustigungen und liebhaber eher gewahr werden, als bis der dienstbare Kobold wieder kam, teien zu machen schien. Zugleich regte sich aber ein Bedürfniß und seine holde Bürde von hinnen trug. in seinem Derzen, das er bisher nur selten, und leicht vorüber- Indessen hatten aber die drei 3ofen der Prinzessin dem gehend gefühlt hatte

. Er sehnte sich nach Mitgefühl und Theil- Könige hinterbracht, daß sie das Bett seiner Tochter leer fans nahme eines empfindenden Wesens, so wenig er auch den Ge den. "Er eilte sogleich herbei, überzeugte sich von der Wahrheit genstand seiner Wünsche zu nennen oder zu bezeichnen wußte

. threr Meldung, und ließ alle Drei, noch in derselben Stunde, Da er von den Reisen der Königstochter viel Rühmens gehört vor den Fenstern seiner Tochter hängen. Kaum aber war das batte, mischte fich unwillkürlich der Gedanke in seine Absichten, Urtheil vollzogen, lo fand man die Prinzessin wieder so ruhig fie zu sehen, und ihr seine Herzensnuth flagen zu können. Ei und füß in threm Bette schlafen, als hätte sie dasselbe noch

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