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Jahr es be r i ch t

für

Deutschlands Volksschullehrer.

Im Verein

mit

Bartholomäi, Kelner, Lüben, Prange, Schulze

und Deickner

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V o r w o'r t.

Unsere Zeit ist eine Zeit des Fortschritte. Sie hat es der menschlichen Gesellschaft endlich deutlich erkennen lassen, welchen großen Einfluß die Bildung des Volks auf die Gestaltung der Dinge ausüben kann, bereits ausgeübt hat, und darum treibt sie uns, wollen wir nicht als thatenlose Ignoranten unter den Schöpfungen des Fortschritts verkümmern, unermüdlich an, die Bahn zu verfolgen, die bereits durch begeisterte Vorkämpfer deutlich vorgezeichnet und theilweise geebnet wurde. Nicht umsonst tönen am heutigen Tage Tausende von Stimmen feiernder Mitarbeiter mahnend an unser Ohr!

In einer solchen Zeit müssen wir denn nothwendigerweise nach Mitteln suchen, uns fortwährend mit dem Ganjen in Verbindung zu erhalten, weil der Einzelne, einmal losgerissen vom aūgemeinen Verbande, selten wieder den rollenden Wagen des Fortschritts einholen, noch weniger eß wagen kann, sich ihm in die Räder zu werfen. Wir verstehen hier unter dem Ganzen die uns am nächsten liegende, durch Sprache, Ausdruck des Charakters und Volksthümlichkeit mit uns verwandte, vaterländische, deutche Welt. Es ist Bedürfniß, Nothwendigkeit, daß jeder Einzelne suche, mit ihr im Einklange zu bleiben, und gibt es auch, trok dem emphatischen Geschrei gewisser Stubengelehrten, noch kein einiges Deutschthum; so sollte es doch die Aufgabe aller für die Erhaltung der Volksthüm

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lichkeit durch Volksbildung Arbeitender sein, Ein deutsches Volksschulwesen zu schaffen. Möchte es dann immerhin Sachsen, Schwaben, Böhmen und Pfälzer geben, möchten sich die Bewohner der verschiedenen Staaten evangelische oder katholische Christen nennen: alle politischen und confessionellen Interessen würden vor dem Einen Principe der Bildung des Deutschen Volks in den Hintergrund treten.

Das geeignetste Mittel, um den Einzelnen mit dem Ganzen in Verbindung zu erhalten, sind die Zeitschriften. Wir haben der pädagogischen viele, aber wenige find darunter, die sich über ganz Deutschland als über ein einziges Ganzes erstreckten. Unzweckmäßig würde es sein, eine solche jeden Monat oder gar allwöchentlich erscheinen zu lassen, da allgemeine Abhandlungen über Zustände in der deutschen Volksschulwelt nicht zu einem, in so kurzen Zeiträumen wiederkehrenden Bedürfnisse werden. Eher möchte dies der Fall bei provinziellen Zeitschriften sein, da öftere Mittheilungen derselben durch Beziehungen auf die nähere Umgebung unentbehrlicher werden.

überdies gewährt es auch ein größeres Interesse, einmal nach zurückgelegtem Jahre mit Einem Blicke die Fortschritte zu übersehen, welche sich in der Schulwelt bemerklich gemacht haben. Es läßt sich dann eher das Für und Wider von etwas Neuem abwägen, darum eher ein unbefangenes, richtiges Urtheil fällen.

Dem weitern Nachdenken über diese Idee und der nähern Besprechung derselben mit anerkannt tüchtigen Pädagogen verdankt vorliegender Versuch einer pädagogifchen Jahresschrift für Deutschlands VolksTchullehrer - denn daß es nur ein Versuch sein kann, wird jeder mit der neuesten Pädagogik Vertraute zugeben seine Entstehung. Wir haben ihn einen Jahres - Bericht genannt; denn Alles, was im Laufe des Jahres neu der Schule entsprossen ist, oder als etwas schon Dagewesenes, aber Verbessertes fich Geltung in der pädagogischen Welt verschafft hat, das soll unsere Jahresschrift treulich berichten und unparteiisch besprechen. Dabei treten die Ereig

nisse, welche mehr Bezug auf das Äußere des Volksschullehrers, auf die Stellung seiner einzelnen Glieder zueinander und ihre Verhältnisse zum Staate, zur Kirche und Gemeinde haben, für jeħt mehr in den Hintergrund und das rein Pädagogische bleibt Hauptsache.

Um unsern Zweck möglichst erschöpfend zu erreichen, mußten wir namentlich auch auf die Literatur Rücksicht nehmen. Die Menge des alljährlich neu Erscheinenden be: darf wahrlich einer strengen Sichtung, um den Käufer in den Stand zu sehen, eine passende Wahl zu treffen und ihn der Nothwendigkeit einer Rathserholung aus einer Menge verschiedenfarbiger Journale zu überheben. Somit zerfält die Arbeit über jeden einzelnen Unterrichtsgegenstand in zwei Haupttheile,

deren erster die Fortschritte in der Methodik, mit Bezugnahme auf die hervorragendsten Erscheinungen in der Bücherwelt und Journalistik entwickeln, der zweite aber die möglichst vollständige Literatur in bündiger Kürze kritisch beleuchten wird.

Es ist das eine schöne, aber schwierige Aufgabe, und Niemand, der sie in ihrem Umfange überblickt, wird verlangen, daß der vorliegende erste Jahrgang fie vollständig lösen soll. In Bezug auf die Methodik schien es uns auch für jeßt Hauptsache zu sein, den Lehrer im Augemeinen auf den Standpunkt des Volksschulwesens, wie er sich seit den lekten Decennien allmälig zu seiner jebigen Höhe heraufgebildet hat, hinzuführen, und die Literatur konnte, räumlicher Grenzen wegen, weniger ausführlich behandelt werden, als es in dem Plane des Werkes liegt. Bei einem zweiten Jahrgange falls ein nicht gänzliches übersehen des ersten, noch so unvollkommenen, die Fortseßung des begonnenen Werkes nothwendig machen sollte werden wir im Stande sein, der Verwirklichung unserer ursprünglichen Idee um ein Bedeutendes näher rücken zu können.

Und dazu werden die Herren Mitarbeiter, deren pädagogische Berühmtheit unsere Hoffnungen für das Gedeihen des Werkes in der Zukunft hinlänglich rechtfertigt, das

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